Verhalten der Stadt irritiert Presbyterium

Erstellt am 12.02.2021

 

WERL – Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde ist irritiert; zutiefst irritiert und hat sich daher mit einem Offenen Brief an die Stadtverwaltung gewandt. Der Hintergrund: Im September ist Torben Höbrink (CDU) zum neuen Bürgermeister von Werl und damit zum Nachfolger von Michael Grossmann gewählt worden.

Anfang November des vergangenen Jahres hat es dazu in der Werler Wallfahrtsbasilika zum Abschluss der Wallfahrt 2020 eine Verabschiedung und gleichzeitig Begrüßung durch die katholische Geistlichkeit gegeben. Hierüber hat die Werler Lokalzeitung ausführlich berichtet.

In seinem Brief schreibt das Presbyterium dazu: „Herr Höbrink und Herr Grossmann wurden von römisch-katholischer Seite zu dieser Messe eingeladen, um sie zu begrüßen bzw. zu verabschieden. Die offizielle kommunale Amtsübergabe war, konnte und durfte das nicht sein. Dieser Eindruck entsteht allerdings, da in dem Zeitungsbericht ein Hinweis darauf fehlt.“

Das Presbyterium kritisiert, dass dadurch der Eindruck entstanden sei, „dass in der Wallfahrtsstadt Werl Ereignisse wie der Wechsel im Amt des Bürgermeisters in bzw. von der römisch-katholischen Kirche vorgenommen werden. Der Zeitungsbericht und besonders das Foto zeigen, wie die ,Machtverhältnisse‘ in Werl gesehen werden sollen.“

Als Vorsitzender des Presbyteriums widerspricht Pfarrer Christoph Lichterfeld dem vehement. Lichterfeld fragt: „Hätte die Begrüßung bzw. Verabschiedung am 01.11.2020 nicht durch die Beteiligung Geistlicher der Römisch-Katholischen Kirche, des Moscheevereins und der Evangelischen Kirchengemeinde stattfinden müssen, um den Eindruck zu bekräftigen, dass ein Bürgermeister von allen Bürgerinnen und Bürgern für alle Bürgerinnen und Bürger gewählt ist?“

Um die entstandenen Missverständnisse aufzuklären, sind Ex-Bürgermeister Grossmann und sein Nachfolger Höbrink nun von der Evangelischen Kirchengemeinde zu einem Gespräch eingeladen worden: „Bei dem Gespräch kann geklärt werden, wie es möglich ist, über den Tellerrand schauend, gemeinsam der Stadt Bestes zu suchen, um allen anvertrauten Menschen gerecht zu werden.“ (Lim)

 

Fühlt sich von der Stadt übergangen: Christoph Lichterfeld, Vorsitzender des Presbyteriums. Foto: Hans-Albert Limbrock