Kleine Zeichen der Zuversicht

Erstellt am 19.02.2021

Von Thomas Brüggestraße

SOEST -So geht’s, und es ist wirklich ruckzuck vorbereitet: Ein Faden quer durch den Raum, ein paar Klammern daran, Papier und Stifte in Greifweite – und schon kann jeder ein Wort, eine nette und aufmunternde Geste für nachfolgende Menschen an diese „Gute-Gedanken-Kette“ hängen. Man kann die Texte, Gedanken, Anregungen, den Trost, die Aufmunterung anderer Menschen lesen, sich über kleine Röschen, Engelchen und ähnlich nette Mitbringsel freuen.

Es werde Licht – so einfach ist die Idee, und sie zielt direkt aufs Herz. Stehenbleiben ist erlaubt und erwünscht, Lesen und Nachdenken und Lächeln. Mitnehmen auch, als kleine Freude und Aufmunterung für zuhause – am besten, wenn man im Tausch selber was an die Kette hängt. Alles ist dabei als Beitrag willkommen: ein Foto, eine Bastelei, ein Gebet, ein Liedtext...

„War noch der erste Lockdown mit der Zuversicht verbunden, die Krise schnell in den Griff zu bekommen, bringt die aktuelle Situation inzwischen mehr und mehr Menschen an ihre Belastungsgrenze: So vieles ist anders im Moment, so vieles geht nicht, so vieles fehlt. Und manchmal ist es so unsagbar schwer, optimistisch zu bleiben“, sagt Presbyterin Susanne Wenselowski von der Petri-Pauli-Gemeinde – sie hat die Aktion mit angestoßen.

Ihre Erfahrung nach einem Jahr Auf und Ab in der Pandemie: „Auch die Kirchen können ihre Kernkompetenz durch die aktuellen Corona-Regeln nicht in üblicher Weise anbieten, den Zuspruch in Krisenzeiten.“ So sei die Idee mit der „Gute-Gedanken-Kette“ entstanden. Einen Rahmen soll sie schaffen für soziale Nähe und gegenseitigen Zuspruch, trotz dieser erzwungenen körperlichen Distanz.

Entstanden ist alles aus einem Gespräch heraus: Einige befreundete Gemeindemitglieder der Petri-Pauli-Gemeinde standen zusammen, ihre Idee wird inzwischen von allen Evangelischen und Katholischen Kirchen in die Stadt hinein getragen und weitergegeben. Susanne Wenselowski erhofft sich, dass aus der kleinen Idee mit wenig Aufwand zu Anfang schnell ein stadtweites Gefühl der Verbundenheit, der Hoffnung und der Freude wird.

Kerstin Werner und Thomas Behrning laden ein: „Gerne können auch andere Institutionen wie Schulen, Kindergärten, Orte der Kultur oder auch einfach der Supermarkt um die Ecke hinzukommen: Wir alle können jetzt ein kleines Zeichen der Freude und Zuversicht gebrauchen!"

Manchmal sind es die klitzekleinen Ideen, die als Zündfunke von Herz zu Herz springen. Die neueste Idee heißt „Gute-Gedanken-Kette“, startete in der Petri-Kirche in Soest, und sie findet reichlich Zuspruch. Fotos: Thomas Brüggestraße

Susanne Wenselowski, Kerstin Werner, Thomas Behrning und Friedhelm Overbeck sind glücklich, dass ihre Idee ankommt: Immer mehr machen mit – und es sollen bitte noch viel mehr werden, an noch viel mehr Orten in ganz Soest und einfach überall.

Eine Rose als Zeichen der Hoffnung – Susanne Wenselowski hofft, dass von der Gute-Gedanken-Kette viele positive Impulse ausgehen.