Von der Kanzel ins Aufnahmestudio

Erstellt am 26.02.2021

Pfarrer Dr. Roland Hosselmann im Aufnahmestudio des Bürgerradios: „Das Radio öffnet uns Türen.“ Fotos: Hans-Albert Limbrock

Von Hans-Albert Limbrock

LIPPSTADT – Am Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott. Das muss wohl stimmen. Steht ja in der Bibel. Bei Johannes, um genau zu sein. Doch inzwischen, das können wir alle jeden Tag wahrnehmen, ist das Wort längst nicht mehr nur bei Gott. Das Wort wird gesprochen und gedruckt. Und es ist im Radio. Jeden Tag.

Und weil das Wort aus dem Radio besonders viele Menschen erreicht, macht sich dies auch die  Evangelische Kirchengemeinde Lippstadt zunutze und geht im Bürgerradio (Hellweg Radio) regelmäßig auf Sendung. „Evangelisch im Bürgerradio“ heißt die Sendung, die die Macher um Pfarrer Dr. Roland Hosselmann und Vikarin Mathea Dieker einmal im Monat ausstrahlen.

„Wir haben in Zeiten von Corona das Radio für uns als eine gute Möglichkeit entdeckt, das Thema Glaube auf attraktive Weise in den Mittelpunkt zu rücken“, erklärt Hosselmann. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte es einen ersten Kontakt zu Norbert Hillebrand gegeben.

Hillebrand ist ein „Radio-Mann“ der ersten Sendeminute im Bürgerradio. Im Jahr 1985 wurde der Verein „Radio Lippeland“ gegründet, und der Lippstädter war gleich dabei. Fünf Jahre später wurde dann die erste Sendung ausgestrahlt. „Ich bin ein Urgestein des Radios“, schmunzelt Hillebrand, bei dem auch heute noch die Fäden für die Programmplanung und -gestaltung zusammenlaufen.

Bei der Evangelischen Kirchengemeinde rannte Hillebrand mit seinem Angebot praktisch offene Sendetüren ein. „Wir“, so Hosselmann, „waren uns relativ schnell einig, dass das eine gute Chance für uns ist.“ Am 30. März vergangenen Jahres ging man erstmals auf Sendung. „Mut zum Glauben“  waren die knapp sechzig Minuten Sendezeit überschrieben. Im April gab es sogar wöchentlich Beiträge, auch im Mai und Juni war das Team noch recht aktiv.

Mit dem Abflauen der ersten Corona-Welle und der Möglichkeit, auch wieder Präsenz-Gottesdienste abzuhalten, wurde es dann im Sommer etwas weniger. Doch seit dem Herbst und dem erneuten Lockdown tauschen Hosselmann und Co und wieder regelmäßig die Kanzel in der Kirche mit dem Aufnahmestudio von Radio Lippeland.

Hosselmann: „Einmal im Monat wollen wir nach Möglichkeit einen Beitrag senden.“ Alle Pfarrerinnen und Pfarrer, die zur Kirchengemeinde Lippstadt gehören, unterstützen die Produktion und steuern auch eigene Beiträge bei. „Das klappt ganz hervorragend“, freut sich Hosselmann über die Unterstützung aus dem Kollegenkreis.

Häufig sind es aktuelle Themen und Diskussionen, die aufgegriffen werden. „Wir“, erklärt der Radio-Pfarrer, der auch für den WDR Beiträge produziert, „versuchen, auf das, was passiert und die Menschen bewegt, zu reagieren und es zum Thema unserer Sendungen zu machen.“

Das bedarf in der Regel einer umfangreichen Vorbereitung. Hosselmann: „Da kommt schon einiges an Arbeit zusammen.“ Texte müssen geschrieben und ausgesucht, Musik gefunden werden. Da es ja eine Sendung der Kirche sei, stehe jeweils auch christliche Musik bei der Auswahl im Mittelpunkt. „Etwa drei Tage dauern die Vorarbeiten“, steckt Hosselmann den zeitlichen Rahmen ab. Danach geht es ins Studio, wo Norbert Hillebrand bei der technischen Umsetzung hilft.

„Die Radio-Beiträge sind inzwischen ein fester Bestandteil unseres Angebotes“, erläutert Hosselmann. „Wir können dadurch Türen zu den Menschen öffnen, die uns sonst eher verschlossen bleiben.“

„Ich bin das Urgestein.“ Norbert Hillebrand ist Mitbegründer von Radio Lippeland und unterstützt die Evangelische Kirchengemeinde bei ihren Aufnahmen.