Hand und Fuß im Wiesentreff

Erstellt am 30.06.2023

Mit allen Sinnen kann man den neuen Barfußpfad auf dem Außengelände erleben

Der Sinnespfad wurde direkt erprobt.

Soest. Der Wiesentreff im Rochollweg hat ein neues Highlight. Mit der Eröffnung des neuen Barfußpfades, der korrekterweise, so Mitarbeiterin Andrea Üveges, „Hand und Fußpfad heißen müsste“, wurde nun eine Idee verwirklicht, die vor einem Jahr gemeinsam ersonnen wurde: was könnte das Außengelände dauerhaft zu einem noch besseren Erlebnis aufwerten? Woran hätten die Kinder Spaß? Das Ergebnis vereinbare nicht nur Spaß und Erlebnis, sondern es sei auch ein Wohlfühlfaktor für die ganze Familie dabei, so die Diplom-Sozialpädagogin Üveges.

In ihrer Eröffnungsrede erzählen die Kinder der städtischen Kinder- und Jugendeinrichtung erst einmal, wie es zum frisch eingeweihten Barfußpfad kam:
„Im letzten Sommer gab es schon die Idee zu einer Bereicherung des Wiesentreffs durch einen Barfußpfad. Das Kinderplanungsteam hat bei den Entwürfen tatkräftig mitgemacht“ liest ein Kind aus der Rede vor. Viele Fragen galt es dafür zu klären. „Wo soll er hin? Wo kann man noch gut Ball spielen, ohne, dass er stört?“ „Besser an den Rand also.“ „Und – wie lang soll der Pfad werden?“ „Natürlich nicht zu lang und nicht zu kurz“, so die klare Antwort.

Auch Menschen mit Behinderung sollen Spaß daran haben können, daher wurden niedrige Fühlkästen an der Umzäunung des Barfußpfades angebracht und komplettieren das Programm damit auch für Rollstuhl-Fahrer:Innen. Zudem gibt es ein Führungsseil für Sehbehinderte.

Der Kommunalbetrieb der Stadt hat den Wiesentreff bei der Umsetzung beraten und sich um die Umsetzung gekümmert. Die Stadt habe auch beim „nötigen Kleingeld“, so erzählen die Kinder, unterstützt. Der Barfußpfad, der mit den Fühlkästen auch gleichzeitig ein „Hand“-Pfad ist, ist ganz im Sinne von Inklusion umgesetzt worden. Die Inhalte der Bodenmulden und Tastfächer können jederzeit erneuert oder getauscht werden, zum Beispiel auch saisonal.

Andrea Üveges, Leiterin Katharina Dittrich und Magdalena Adamczyk waren im Planungsteam des Kindergartens und haben sich um die Verwirklichung der Pläne bemüht. Die Ursprungsidee für einen eigenen Pfad an der Einrichtung entstand während eines Ausflugs in einen Wildpark.

Mit dem Ergebnis sind sie mehr als zufrieden und sehr stolz. „Die Kinder sprühten vor Ideen, man hätte noch viel mehr machen können. Und wer weiß“ lacht Üveges, „eine Erweiterung ist nicht ausgeschlossen“. 

Die Kinder hatten an diesem Eröffnungstag sichtlich ihren Spaß. Raus aus dem Kitaalltag mit nur einem Schritt. Abschalten auf dem Hand- und Fußpfad. Das ist jetzt möglich, am Wiesentreff in Soest.
 

Worum handelt es sich bei einem Barfußpfad?

Ein Barfußpfad ist ein künstlich angelegter Pfad mit unterschiedlichem Untergrund. Man betritt ihn ohne Schuhe und erfühlt damit die verschiedenen Materialien und deren Wirkung auf die Fußsohlen. Meist finden sich Holzspäne, Rindenmulch, Sand, Erde, Steine, aber auch Wasserbecken auf einem Barfußpfad.

Das kann ein Barfußpfad fördern

Abwechslung für die Füße wird hier groß geschrieben. Unsere Füße stecken viel zu oft und viel zu lange am Tag in Schuhen. Da tut das Barfußlaufen, gerade auf verschiedenen Untergründen, gut. Ob kleine Kieselsteine oder das Knirschen des Sandes unter den Füßen, matschiger Untergrund oder weicher Heuboden unter den Sohlen. Das stärkt das Fußgewölbe und kann Rückenschmerzen und Problemen am Bewegungsapparat vorbeugen. Gerade Kinder lieben die Abwechslung und die vielen Sinneseindrücke auf dem Barfußpfad.

 

Feierliche Einweihung des Sinnespfades mit dem Durchschneiden des roten Bandes