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Der Wald zeigt seine Symphonie
29.4.2025
Fotografien von Matthias Krispien derzeit bei der Evangelischen Kirche in Neheim zu sehen

Von Frank Albrecht
Neheim. Es ist nicht schwer, seiner Faszination für den Arnsberger Wald zu folgen. Schwer hingegen ist es, ihn nicht als einen „Fotografen“ zu sehen. Genau das lehnt Matthias Krispien ab, wie er jetzt bei einer Begleitveranstaltung zu seiner aktuellen Ausstellung im Gemeindehaus der Evangelischen Kirche Neheim deutlich machte. „Ich bezeichne mich nicht als Fotograf“, stellte sich der Künstler vor, während er weitere Fotos zu seiner Ausstellung auf der Leinwand zeigte.
Eine ganze Reihe von Fotoarbeiten aus der Kamera des 68-jährigen Soesters sind derzeit – auch ohne Leinwand – in den Gemeinderäumen an der Christuskirche zu sehen. „Ästhetik und Symphonie des Arnsberger Waldes“ lautet der Titel der Ausstellung, die noch bis Sonntag, 11. Mai, gezeigt wird.
„Bevor ich ein Bild mache, habe ich es schon gehört“, lacht Matthias Krispien im Gespräch. Und der versucht, seine Arbeitsweise wenigstens etwas zu beschreiben. Dass er mit „anderen Augen“ vorzugsweise durch den Arnsberger Wald geht und seine Motive häufig in Bodennähe finde. Augenhöhe beim Fotografieren nennt Krispien das, und wer sich seine Bilder gründlich ansieht, weiß schnell was gemeint ist. Die unter Herbstblättern schlafende Waldmaus, die Blätter im Wasser, die wie bewusst konstruiert erscheinen oder der von hohen Bäumen gesäumte Waldweg: Überzeugend ist der Blick auf den Wald, den der „Nicht-Fotograf“ auf seinen Bildern zeigt.
Gerade mal sieben Jahre ist Matthias Krispien mit seinen Arbeiten öffentlich unterwegs. Angefangen habe es mit einer Ausstellung in der Alten Synagoge in Meschede, seiner Geburtsstadt. Und mit einer Ausstellung im Jahr 2023 in Versailles ist es lange noch nicht vorbei. Denn Krispien zieht seine Inspiration aus Gesprächen und Begegnungen, wie er selber erzählt. Seine Fotos entstehen auf der Fläche, die potentiell Teil des – vieldiskutierten – Naturparks Arnsberg Wald sein könne. Sein Eintauchen in die Bilder der Natur führe ihn zur Kunst, die er dort wahrnimmt, wo ansonsten keine ist.
Kontemplative Fotografie als Arbeitsweise
Sein Fotografieren ist natürlich nicht losgelöst von der Religion. Zehn Jahre Schule auf dem Gymnasium der Benediktiner in Meschede haben ihn geprägt und beeinflusst. Und sie haben einen „roten Faden“ durch sein Leben gezogen, der von Leben und Arbeiten gleichermaßen geprägt ist. Ein Kunstprofessor von der Uni Gießen habe ihm einst die Augen geöffnet, mit denen er seitdem noch intensiver in der Natur unterwegs ist. „Ich empfinde mehr Impulse für Freude außerhalb des Konsums“, so seine Einstellung, mit der er auch philosophisch an das Leben herangeht.
Auf Einladung der Evangelischen Kirche Neheim zeigt Matthias Krispien seine Arbeiten im Gemeindehaus. Und bei einem „Spaziergang“ durch seine Ausstellung mithilfe einer Leinwand beschreibt der Foto-Künstler seine Motivation und erklärt seine Arbeitsweise. „Ich bin von Natur aus gerne in der Natur“, sagt Krispien zwinkernd – und die Gäste nehmen ihm die Motivation und Titel der einzelnen Fotos gerne ab. Die Namen der von ihm mit der Kamera festgehaltenen Pflanzen sind nicht immer bekannt, was aber niemanden stört. Die teilweise poetischen Titel seiner Bilder erschließen sich spätestens bei der Beschreibung dessen, was auf ihnen zu sehen ist. „Kontemplative Fotografie“ nennt Matthias Krispien seine Arbeitsweise, die er gerne den Gästen durch ausführliche Erklärung näherbringt.
„Ich fotografiere so, wie ich es sehe und kann Dinge wahrnehmen, die vielen Menschen vielleicht verborgen bleiben“, erklärt der Künstler. Und auch, dass seine Arbeiten vom Nachdenken darüber, wie eine friedlichere Welt zu bekommen sei, geprägt sind, stellt im Saal des Gemeindehauses niemand in Frage. Häufig bekommt Krispien durch Kopfnicken oder direkt Zustimmung zu seinen Bildern und den vergebenen Bildtiteln. Und er beantwortet dazu auch die Fragen aus dem Publikum gerne.
Seine Fotos, die Wald- und Naturmotive zeigen, kommen an. Dass er lange Zeit und immer wieder „Tiere“ im Wald fotografiere, die es gar nicht gebe, amüsiert seine Zuhörer. Und beim genauen Blick auf das eine oder andere Motiv, erklärt sich warum. Die Gäste lauschen aufmerksam oder tauschen sich mit dem Künstler aus, der geduldig erklärt, dass sich die Natur stets verändert und seine Fotomotive häufig vergänglich machen. Vermutlich gerade deswegen, werden sie der Kunst zugeordnet…
INFORMATION
Die Ausstellung „Ästhetik und Symphonie des Arnsberger Waldes“ mit Fotos von Matthias Krispien ist noch bis zum 11. Mai im Gemeindehaus der Evangelischen Kirche Neheim, Burgstraße 27, zu sehen. Öffnungszeiten sind an den Sonntagen bis zum 4. Mai von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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