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So viele Anrufe wie nie
22.1.2026
TelefonSeelsorge Hochsauerland erlebt extrem starke Nachfrage

Meschede/Hochsauerlandkreis. „Die TelefonSeelsorge ist nicht nur für den einzelnen Menschen wichtig, sondern auch für die Gesellschaft. So fangen wir zum Beispiel den Mangel an Therapieplätzen auf. Wir hören immer wieder, dass monatelange Wartezeiten normal sind, und in ihrer akuten Not wenden sich Ratsuchende dann an uns. Die Menschen brauchen uns“, erzählt Tina Schwefer, Leiterin der TelefonSeelsorge Hochsauerland.
Gemeinsam mit ihrem Team kümmert sie sich bei der Diakonie Ruhr-Hellweg darum, dass an jedem Tag im Jahr ihre ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen rund um die Uhr für Menschen in Not erreichbar sind. Und das Angebot der TelefonSeelsorge wird in der Region sehr gut angenommen: Im letzten Jahr haben sich 5.700 Menschen bei der Hotline Hilfe geholt, so viele wie nie.
Wer bei der 0800 -111 0 111 anruft? „Die komplette Gesellschaft ist einmal vertreten. Frauen, Männer, jung, alt, aus dem ganzen Sauerland und noch weiter. Sie sind verzweifelt, einsam, wütend, haben Existenzsorgen, Eheprobleme und auch Suizidgedanken. Das war jetzt vor allem rund um Weihnachten ein großes Thema, die dunkle Jahreszeit verstärkt Gefühle von Einsamkeit und Ängsten. Wir versuchen, die Menschen in dieser extremen Situation aufzufangen: ein Anker zu sein.“
Wie wichtig dieser Anker sein kann, beschreibt Tina Schwefer an einem Beispiel. „Nach einem Telefonat mit einer unserer Ehrenamtlichen schrieb uns ein Mann einen Dankesbrief. Das Gespräch mit uns habe in sein Leben voller Dunkelheit und Schuldgefühlen Licht gebracht. Er habe Hoffnung schöpfen können und schrieb: ´Jetzt glaube ich, dass es in meinem Leben wieder heller werden kann‘. So eine Rückmeldung macht uns ganz dankbar.“
„Jetzt glaube ich, dass es in meinem Leben wieder heller werden kann“
Neu im Angebot ist seit letztem Jahr die Mailseelsorge (siehe nächste Seite). Ein Angebot für alle, die vielleicht nicht so gerne zum Hörer greifen, sich aber ihre Sorgen von der Seele schreiben möchten. Dazu muss man sich lediglich auf der Seite www.telefonseelsorge.de registrieren und anmelden. Die Beratung ist kostenlos und anonym und wird bisher im Hochsauerlandkreis ebenfalls gut angenommen.
Getragen wird die Arbeit der TelefonSeelsorge vor allem durch die Ehrenamtlichen. Aktuell sucht die TelefonSeelsorge deshalb wieder neue Männer und Frauen aus der Region, die dieses besondere und anspruchsvolle Ehrenamt ausführen möchten. „Es ist ein ganz besonderes Ehrenamt mit viel Verantwortung und persönlichem Entwicklungspotential.“
Die Teilnehmer lernen in der umfangreichen Ausbildung, die 120 Stunden umfasst, Gesprächsführung gepaart mit Selbsterfahrung, Umgang mit aktuellen Themen, Möglichkeiten der Krisenintervention und Suizidprävention. Eine berufliche Vorbildung ist für die Teilnahme nicht erforderlich. Für die Ehrenamtlichen bietet die TelefonSeelsorge regelmäßig Fortbildungen, den Erfahrungsaustausch im Team und Supervisionen an.
Die neue Ausbildungsgruppe soll im März starten. Um besser planen zu können, können sich Interessierte ab sofort bei Tina Schwefer melden. Es sind noch Plätze frei. Angesprochen sind Menschen ab 25 Jahren, die Belastbarkeit, Einfühlungsvermögen, eine gute Selbstwahrnehmung und Interesse an psychosozialen Themen mitbringen. Einsatzort ist die TelefonSeelsorge Hochsauerland in Meschede.
Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es per Mail Telefonseelsorge-HSK@diakonie-ruhr-hellweg.de und gerne auch in einem Beratungsgespräch telefonisch unter (0 29 21) 36 20-140.
