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Mut, Zuversicht und Gottvertrauen
24.2.2026
Regionalpfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer wird in den Ruhestand verabschiedet

Von Hans-Albert Limbrock
Brilon-Alme. Für die Antwort nimmt sie sich Zeit. Ohnehin gehört Regionalpfarrerin Kathrin Kloppe-Bäumer nicht zu den Menschen, die vorschnell reden und erst später nachdenken. Ihr Blick wandert in die Ferne; fast scheint es so, als könne sie dort die Zukunft des Evangelischen Kirchenkreises und der Kirchengemeinden, die ihr in all den Jahren so ans Herz gewachsen sind, sehen: „Ich wünsche mir, dass die Menschen mit Mut, Zuversicht und Gottvertrauen in die Zukunft blicken und die Herausforderungen, vor denen wir alle stehen, positiv annehmen werden, denn Veränderung bedeutet immer auch eine Chance.“
Diese Herausforderungen wird sie künftig nur noch am Rande begleiten, denn am Sonntag, 1. März, wird sie um 15 Uhr in der Stadtkirche Brilon in den Ruhestand verabschiedet. Aber was heißt schon „Ruhestand“ für einen Menschen, der Zeit seines Lebens für den Beruf und die damit verbundenen Aufgaben gebrannt hat?
Denn ganz loslassen will sie (noch) nicht. So wird sie weiterhin im Arbeitskreis mitwirken, der den Zusammenschluss der drei Kirchengemeinden Brilon, Marsberg, Olsberg-Bestwig in der Region 8 vorbereitet. Gleichzeitig ist sie unendlich dankbar, dass Pfarrer Markus Pape die Leitung des Koordinierungsausschusses übernommen hat.
Überhaupt hofft sie, dass künftig weniger mehr ist, denn die letzten Jahre haben ihre Spuren hinterlassen.
„Ich hätte nie gedacht, dass die Veränderungen in unserer Kirche mit so einer Wucht und so einem Tempo kommen würden.“ Die Corona-Jahre hätten wie ein zusätzlicher Beschleuniger gewirkt: „Ich habe das Gefühl, dass sich in diesen Jahren noch mehr Menschen von der Kirche abgewandt haben. Dass die Zahl der Gemeindeglieder so rasant sinken würde, das habe ich so nicht kommen gesehen.“
Auch deshalb ist der Ruhestand nun eine Lebensphase, auf die sie sich aufrichtig freut. „Klar wird es Dinge geben, die ich sicher in der Anfangszeit vermissen werde. Aber ich glaube, dass ich recht gut auf die Zeit, die nun kommt, vorbereitet bin.“ Worauf sie sich am meisten freut? „Dass die Anspannung abnehmen wird. Ich habe zuletzt gespürt, dass ich immer längere Erholungspausen gebraucht habe. Jetzt kann ich erst einmal innehalten, ausatmen und zur Ruhe kommen.“
Dabei hilft ihr auch, dass sie sich schon vor einiger Zeit zur christlichen Yoga-Lehrerin hat ausbilden lassen. „Da werde ich nun verstärkt Kurse anbieten. Überhaupt möchte ich Dinge tun, die gut sind für Körper, Geist und Seele – und dies auch anderen Menschen vermitteln.“
Auch Reisen sollen wieder mehr Raum bekommen. Die drei Kinder Friederike, Yannick und Moritz sind quer über Deutschland verstreut: „Auf die Besuche bei ihnen freue ich mich schon.“ Ebenso auf alte Freundinnen und Freunde: „Da ist in den letzten Jahren vieles auf der Strecke geblieben.“
Dankbar ist Kathrin Koppe-Bäumer dafür, dass sie auf der Zielgeraden ihres beruflichen Wirkens noch aktiv am Zusammenschluss der Kirchengemeinden mitwirken konnte. „Die Organisationsentwicklung mit Martina Espelöer hat sehr viel Spaß gemacht.“ Das gilt auch für die Mitarbeit im KSV, bei der Landessynode und der Entwicklung des gemeinsamen Konfikonzeptes „KonfiZeit“ sowie die erfolgreichen Regionalen Wanderwochen, von denen es inzwischen zwölf gegeben hat. „Und dann natürlich ,Einfach heiraten‘. Das war im Mai letzten Jahres einfach eine ganz großartige Aktion.“
HINTERGRUND
Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer wird am Sonntag, 1. März, um 15 Uhr in der Stadtkirche Brilon durch Superintendent Dr. Manuel Schilling verabschiedet und entpflichtet. Erstmals werden dann auch Posaunenchor, Organistinnen und Organisten sowie die Chöre der Region 8 gemeinsam auftreten. „Kathrin Koppe-Bäumer: „Das ist eine echte Premiere, auf die ich mich sehr freue.“
