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Die wahrhaft Eisernen

21.5.2026

Konfirmanden von 1959 von der Auferstehungskirche sind vierteljährlich auf Tour

Die Eisernen Konfirmanden des Jahrgangs 1959 aus Arnsberg treffen sich seit ihrem Jubiläum vierteljährlich. Der jüngste Ausflug führt sie zum historischen Möhnefriedhof in Neheim, wo an erster Stelle ein Besuch am Grab von Pfarrer Ringleb stand, der im Jahr 1907 verstarb. Fotos: Frank Albrecht

Von Frank Albrecht

 

Arnsberg. Die religiöse Tradition in der Evangelischen Kirche hatte sie einst zusammengebracht – und auch heute noch verlieren sich die „Eisernen Konfirmanden“ aus Arnsberg regelmäßig nicht aus dem Blick. Vierteljährlich treffen sie sich, erinnern sich an ihre Konfi-Zeit und gehen vor allem gemeinsam auf Tour. Jetzt war es wieder soweit, einige Mitglieder des Konfirmationsjahrgangs 1959 aus der Evangelischen Auferstehungskirche am Neumarkt in Arnsberg zog es in die „nahe Ferne“ – auf den geschichtsträchtigen Möhnefriedhof der Stadt Arnsberg in Neheim.

 

Christoph Philipps aus Arnsberg hat den jüngsten Ausflug der ehemaligen Konfi-Gruppe organisiert. „Im Jahr 2024 haben wir bereits das eiserne Konfi-Jubiläum gefeiert“, erzählt Phillipps, und im Jubel-Jahr bereits die Pläne für die Zukunft geschmiedet. Vier Mal im Jahr wollte man sich fortan treffen und gemeinsam etwas unternehmen. Das hat im letzten Jahr schon gut funktioniert, und immer wieder haben spannende Ausflüge – vor allem zu Themen rund um Religion und Geschichte – die ehemaligen Konfirmanden aus Arnsberg begeistert.

 

Gerne erinnern sich die Teilnehmenden noch an den Besuch der Pauli-Kirche in Soest, bei dem man sich im letzten Jahr auch das Kolumbarium in der Kirche von einem  sachkundigen Pfarrer der Gemeinde erklären lassen konnte. Auf dem Möhnefriedhof wurden sie diesmal von Stadtführerin Monika Nückel begrüßt, die auch eine spezielle Friedhofsführung in ihrem Repertoire hat.

 

Bei herrlichem Sonnenschein trafen sie sich an der Theodorus-Kapelle, einem alten Bauwerk, das zentral im Eingangsbereich gelegen ist. Und noch vor dem eigentlichen Rundgang zu den historischen Grabstätten bedeutender Menschen aus der Neheimer Stadtgeschichte führte der erste Weg zum Grabstein von Pfarrer Ringleb. Er war der erste Evangelische Pfarrer in der damaligen Stadt Neheim und ist im Januar 1907 verstorben. In Arnsberg erinnert die „Ringlebstraße“ noch an sein Wirken.

 

Persönlichkeiten der Stadtgeschichte

 

Dass der Möhnefriedhof aber noch viel ältere Grabsteine parat hält, das wurde beim Rundgang mit Monika Nückel schnell deutlich. Und auch von der Geschichte des Möhnefriedhofs als größter von einst vier Friedhöfen in Neheim, konnten sich die Konfirmanden aus Arnsberg begeistern lassen. „Der Friedhof wurde als zentraler Ort im Jahr 1895 in Betrieb genommen und bis 1970 betrieben“, beschrieb Nückel. Selbst heute, so die Stadtführerin, gebe es noch wenige Beerdigungen dort – aber nur wenn in einer bereits bestehenden Familiengrabstätte beigesetzt werde.

 

Vorbei am großen Gedenkstein für die so genannte Möhnekatastrophe, bei dem auch in diesem Jahr wieder an die vielen Toten aus dem Jahr 1943 erinnert wird, führte der Weg über ausgetretene Pfade zu den alten Grabstätten Neheimer Industrieller. Egon Hillebrand, die Familie Wilhelm Brökelmann oder die Ruhestädte der Geschwister Cosack: Zu jedem der Gräber wusste Monika Nückel die ehemaligen Konfirmanden aus Arnsberg tief in die Neheimer Geschichte mitzunehmen. Die bekannten Namen waren u.a. für die Herstellung von Leuchten bekannt, die Neheim zur „Stadt der Leuchten“ machten und damals auch zu Wohlstand und Anerkennung verhalfen.

 

Auch von weiteren Persönlichkeiten der Stadtgeschichte, wie dem Neheimer Bürgermeister Friedrich Bergmann, der bis 1941 im Amt war, oder dem bekannten Arzt Dr. med. Friedrich Josef Hilsmann, der auch zum Ehrenbürger der damaligen Stadt Neheim ernannte wurde, führte der interessante Rundgang. Vom kalten Wind etwas durchgefroren, war die Theodorus Kapelle im altgriechischen Baustil das letzte Ziel auf dem Möhnefriedhof. Und so erfuhren die Teilnehmenden hier noch, dass die Kapelle 1978 von einem anderen Standort auf den Friedhof verlegt wurde, wo sie – Stein für Stein – bis 1979 wieder aufgebaut wurde – ebenfalls auf Initiative eines Industriellen.

 

Einen interessanten Abschluss gab es noch für die Konfirmanden aus Arnsberg – die moderne Tagespflege des Caritas-Verbandes, die im Kirchenschiff der entweihten Pauluskirche untergebracht ist, die einst zur Ev. Kirchengemeinde Neheim gehörte. Bei Kaffee und Kuchen stand Aufwärmen auf dem Programm und erneut der Austausch über alte Zeiten. Gerne erinnerte man sich noch an das Jahr 1959, in dem sie von Superintendent Werner Philipps und Pfarrer Klaus Steindor konfirmiert wurden. „Damals waren die Konfirmationsjahrgänge noch wirklich stark, ich erinnere mich an zwei Gruppen mit jeweils 40 jungen Menschen“, so Christoph Philipps.

 

Die Treffen der Gruppe sind für die Teilnehmenden stets eine kleine Herausforderung: Zwischen 67 und 86 Jahren waren die Teilnehmenden des Vierteljahrs-Treffens diesmal – bei anderen Treffen habe man auch schon mal 19 Teilnehmende verschiedener Altersgruppen begrüßen können. Und „die Eisernen“ machen noch weiter. Das nächste Treffen für den Sommer 2026 steht schon auf dem Kalender…

Alte Grabsteine und große Familiengräber interessierten die ehemaligen Konfirmanden bei ihrem Besuch auf dem Möhnefriedhof. Die Ruhestätte ist ein Zeugnis Neheimer Industriegeschichte, die die damalige Stadt stark geprägt hat.

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