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Ministerin will Kitas stärken

5.6.2026

Verena Schäffer zeigt sich bei Besuch in Hüsten beeindruckt von Regenbogen-Einrichtung

In der Regenbogen-Kita in Hüsten nutzten Erzieherinnen, Erzieher sowie Fachberaterinnen und -berater die Gelegenheit zum fruchtbaren Austausch mit Ministerin Verena Schäffer.

Von Hans-Albert Limbrock

 

Soest/Arnsberg. Wenn die Politik über Änderungen bestehender Gesetze nachdenkt, dann sorgt das häufig bei den Menschen, die diese Gesetze anwenden, nicht unbedingt für Jubelstürme. So war es nicht verwunderlich, dass die Reform des Kindergartenbildungsgesetzes (KiBiz) bei den Verantwortlichen der Kindertagesstätten in Stadt und Land im ersten Entwurf auf wenig, bis gar keine Gegenliebe gestoßen ist.

 

Inzwischen ist die zunächst zuständige Ministerin Josefine Paul (Grüne) zurückgetreten und mit Verena Schäffer (ebenfalls Grüne) eine Nachfolgerin gefunden. Die sucht nun als Verantwortliche des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration den Dialog mit den Menschen an der Basis und hat in dieser Funktion die Regenbogen-Kindertagestätte in Hüsten besucht. Sie folgte dabei einer Einladung der Fachberatungen für Sprach-Kitas.

 

Im Blickpunkt einer Diskussion im Anschluss nach einem Rundgang durch die Einrichtung („Ich bin tief beeindruckt über die großartige Arbeit, die hier geleistet wird“) stand hierbei besonders die Zukunft der Sprachkitas. In der bisher vorliegenden KiBiz-Novelle sehen die Verantwortlichen durch die Umwandlung der Sprach-Kitas in die plusKITA die Sicherung der vorhandenen Expertise bei den Fachkräften und Fachberatungen gefährdet. 

 

„Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, machte Schäffer gleich zu Beginn deutlich, dass ihr diese Förderung auch für die Zukunft sehr am Herzen liegt. Sie verwies auch darauf, dass die Mehrsprachigkeit, die Kinder mit Migrationshintergrund oft mitbringen, ein enormer Schatz der Kinder sei. Darum sei es wichtig, die Muttersprache der Kinder zu stärken und die deutsche Sprache alltagsintegriert zu erwerben.

 

Schäffer: „Mit rund 50 Millionen Euro mehr für Sprachbildung profitieren alle Kinder in den Kitas in Nordrhein-Westfalen.“  Das Land fördert gezielt Kinder mit hohem Sprachförderbedarf, die eine plusKITA besuchen. Hierfür sind nun rund 46,5 Millionen Euro zusätzlich eingeplant.  In plusKITAs können so zusätzliche Personalressourcen für die Sprachbildungsarbeit eingesetzt werden.

 

Außerdem soll eine App die Beschäftigten bei der Sprachentwicklungserhebung unterstützen und Online-Schulungsmaterial zur Verfügung gestellt werden. „Wir müssen mit der Sensibilisierung für den Medienschutz, aber auch mit der Anbahnung von Kompetenzen im Medienumgang möglichst früh ansetzen“, so die Ministerin, „denn die gehören inzwischen zur Lebenswelt auch noch kleiner Kinder.“ 

 

Die KiBiz-Reform, die noch im Sommer verabschiedet werden soll, sorge künftig für noch mehr Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit, Stabilität und Verlässlichkeit im System. Schäffer: „Kitas sind wichtige Bildungsorte unserer Kinder, hier werden die Startchancen für einen erfolgreichen weiteren Bildungsweg gelegt. Deshalb haben für uns als schwarz-grüne Landesregierung gute Bedingungen in den Kitas oberste Priorität – für Kinder, für ihre Eltern und für die Beschäftigten in den Kitas.“

 

Mit der KiBiz-Novelle nimmt die Landesregierung noch einmal deutlich mehr Geld in die Hand als in der Vergangenheit: Zu den im ersten Entwurf vorgesehenen zusätzlichen Mitteln von 315 Millionen Euro kommen nun noch einmal rund 106 Millionen Euro für weitere Verbesserungen pro Kindergartenjahr. „Damit“, so die Ministerin, „werden zusätzliche Verbesserungen zur Stärkung der frühkindlichen Bildung, mehr Verlässlichkeit und Entlastung der Kitas ermöglicht.“

 

Caroline Mey vom Kirchenkreis Soest-Arnsberg, die das Treffen mit der Ministerin gemeinsam mit den Fachberatungen der Sprach-Kitas Ahaus, Borken, Wesel, Coesfeld und des Kreises Warendorf vorbereitet hatte, zeigte sich beeindruckt vom knapp zweistündigen Austausch mit Verena Schäffer: „Das war ein sehr gutes, intensives Gespräch, in dem viele für uns noch offene Fragen und Bedenken angesprochen werden konnten. Jetzt warten wir gespannt, wie das KiBiz-Gesetz in seiner endgültigen Form aussehen wird.“

Erzieher Sven Stirnberg erläuterte Ministerin Verena Schäffer Teile des pädagogischen Konzeptes in Regenbogen-Kita – dazu gehört auch die Pflege eines Terrariums. Fotos: Paul Knierbein

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