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Mit Zuversicht in die Zukunft

2.7.2026

Symposium bringt eine Menge Ideen für Zukunft der Soester Kirchen

In der Petrikirche begrüße Superintendent Dr. Manuel Schilling die Teilnehmenden im Altarraum (rechts und links) saßen weitere Gäste. Fotos: Markus Bottin

Von Hans-Albert Limbrock

 

Soest. An Tagen mit Temperaturrekorden in diesem Sommer kann man auf ganz profane und banale Gedanken kommen: Kirchen sind wichtig und unverzichtbar, weil sie mit ihren kühlen Innenräumen wirksamen Schutz vor der Gluthitze da draußen bieten. Aber für diese Erkenntnis hätte es kein zweitägiges, hochrangig besetztes Symposium bedurft.

 

Und in der Tat waren die 22 bis 24 Grad, die an den zwei Tagen in den sechs evangelischen Gotteshäusern im Herzen der Soester Altstadt gemessen wurden, ein wohltuender Kontrast zu den Temperaturen, die beharrlich an der 40-Grad-Marke kratzten. Wohl auch deshalb darf das Symposium, an dem knapp einhundert am Thema Interessierte aus ganz Deutschland teilnahmen, als überaus gelungen und wirkungsvoll bezeichnet werden.

Keine fertigen Lösungen präsentiert

Nein, fertige Lösungen, wie die „Räume der Zukunft“ (so das Tagungsthema) aussehen können, hat es nicht gegeben. Sehr wohl aber eine Fülle von Anregungen, Ideen, Impulsen und auch Utopien. Und es war vor allem eines, was sich wie ein roter Faden durch das Wochenende zog: Die gemeinsame Begeisterung für diesen herausragenden Schatz an mittelalterlichen Kirchen.

 

Vielen Soesterinnen und Soestern ist es offenbar nicht bewusst, welches Alleinstellungsmerkmal die sechs evangelischen – ergänzt durch die katholische Patrokli-Kirche - bundesweit darstellen. Eine derart hohe Dichte an Kirchen auf so engem Raum findet sich sonst nirgendwo.

 

„Mein Herz brennt für diese Stadt“, hatte Superintendent Dr. Manuel Schilling in seinem Eingangs-Statement gesagt und dabei natürlich in erster Linie die Kirchen gemeint. Auch Moderator Sebastian Moritz zeigte sich als ausgewiesener Soest-Fan. Die Silhouette der Soester Kirchenlandschaft sei für ihn, wenn er von seinem Arbeitsplatz in Köln heimkomme, stets Identität und Heimat zugleich.

 

Die eigentlichen „Stars“ des Symposiums waren natürlich die Kirchen, die allesamt in den Ablauf miteingezogen wurden. Der Anfang wurde dabei in St. Petri gemacht, wo die Teilnehmenden von Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder, Bürgermeister Marcus Schiffer und Superintendent Dr. Manuel Schilling begrüßt wurden.

Die entscheidende Frage: Wer bezahlt das?

Die anschließenden Impulsvorträge von Schilling (Die Soester Herausforderung), Architekt Jörg Beste (Kirchen als Gemeinschaftsorte), Dr. Johann Hinrich Claussen (Kulturbüro des Rates der EKD, Wozu ist eine Kirche da?) und Kunsthistorikerin Prof. Dr. Barbara Welzel (Kirche und Zivilgesellschaft: Neue Verantwortungsgemeinschaften) setzten die inhaltlichen Leitplanken der Tagung.

 

Jörg Beste betonte, dass der Transformationsprozess einer Kirche – von einer reinen Gottesdienststätte hin zu alternativen oder ergänzenden Nutzungen – anspruchsvoll und aufwendig sei: „Der Entstehungsprozess ist komplex.“ Kirchenstandorte seien jedoch keine Last, „sondern eine Chance für Kirche und Zivilgesellschaft. Jetzt ist die Zeit, aktiv zu werden.“

 

Dem pflichtete Dr. Johann Hinrich Claussen bei und erklärte, dass er keine Lösungsansätze für Soest mitbringe. Aber es sei wichtig, „sich auf einen notwendigen Abschied von alten Selbstbildern und institutionellen Mustern“ einzulassen. Er forderte offene Gespräche, bei denen man die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen nicht sich selbst überlassen dürfe: „Die kirchlichen Herausforderungen sind auch gesellschaftliche Herausforderungen.

Zentraler Baustein des Tourismus

Professorin Dr. Barabara Welzel machte den Verantwortlichen Mut, das Profil noch weiter zu schärfen: „Die Kirchen sind ein ganz zentraler Baustein des touristischen Profils. Das Grünsandsteinensemble von Soest ist weltweit einmalig.“

 

In allen sechs Kirchen fanden dann am zweiten Veranstaltungstag Workshops statt, die unter verschiedenen Schwerpunkt Themen standen. Während zum Beispiel über dies Wiesenkirche als Nationales Denkmalerbe und ihre Rolle für den Tourismus in Soest diskutiert wurde, standen in der Paulkirche mit ihrem Kolumbarium Gedanken zu Themen wie Trauerarbeit und Seelsorge im Blickpunkt.

 

Der Kirchenkreis hat mit den Ergebnissen des Symposiums nun eine Art Werkzeugkoffer an die Hand bekommen. In enger Abstimmung mit den Kirchengemeinden – ab Januar 2027 wird es nur noch eine geben – soll nun geprüft werden, welche Anregungen sich umsetzen lassen, wie Projekte finanziert werden können und wo sich externe Geldgeber finden könnten. Denn bei aller Euphorie über die Qualität des Symposiums bleibt am Ende stets die entscheidende Frage: „Und wer bezahlt das?“

Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder sprach ein Grußwort im Namen der Landeskirche.

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