Nachrichten
Alle auf einer Kappe
22.10.2026
Ehepaar versteigert 23 Kirmespins für die Hospize

Soest. Was wird eigentlich aus Dingen, die für einen persönlich einen hohen ideellen Wert haben, für nachkommende Generationen, die später die Haushaltsauflösung vor sich haben, nicht einmal einen monetären? Alles droht, auf der Müllkippe zu landen.
Zumindest für 24 Gegenstände soll das nicht gelten, haben Detlef (77) und Renate Radermacher (76) entschieden: Eine schwarze Baseballkappe aus Cord mit 23 Kirmespins. Neben den heiß begehrten Ansteckern aus den Jahren 1996, 2000 und 2001 sind alle Anstecker von 2003 bis 2022 vollständig enthalten.
„Unsere Kinder und Enkelkinder leben seit fünfzehn Jahren in der Schweiz. Wir haben sie gefragt, aber sie haben kein Interesse daran“, bedauert Renate Radermacher. „Also haben wir uns gesagt: Bevor die Pins hinterher entsorgt werden, geben wir sie lieber weg.“
Das Paar könnte natürlich die nächste Kirmespin-Tauschbörse abwarten und sich mit dem Erlös der ältesten Anstecker den nächsten Urlaub finanzierten – bei der letzten Ausgabe 2025 wurden Stecker von 1997 für 700 Euro gehandelt: das Stück! Auch auf Ebay kosten solche Schätzchen bis 700 Euro, ein Lippetaler verkauft eine Sammlung mit 30 Pins gar für 2000 Euro. Das Ehepaar entschied sich jedoch gegen den großen Reibach und stattdessen dafür, die Pins zugunsten der Christlichen Hospize im Kreis Soest zu versteigern.
„Wir selber haben hier in Soest keine Verwandten mehr“, meint Renate Radermacher. „Und da kam uns die Idee: Hospize sind tolle Einrichtungen, wir haben große Hochachtung vor den Menschen, die dort arbeiten.“
Amancay Wilberg, Referentin Fundraising von den Christlichen Hospizen, ist begeistert: „Die Pins sind für viele Soesterinnen und Soester weit mehr als ein Souvenir. Es sind Erinnerungsstücke, Ausdruck der Verbundenheit mit dem Ort und auch begehrte Sammlerstücke. Wir freuen uns, dass wir diese nun versteigern und damit Menschen helfen können.“
Die Kirmes kann das 1993 zugezogene Paar leider selber nicht mehr aktiv miterleben, „die Lauferei schaffen wir nicht mehr“. Umso sicherer jedoch sind sie sich die beiden, dass die Auktion laufen wird. Wie gut, dass wird sich am Kirmessonntag, 8. November, um 23.59 Uhr erweisen, denn bis dahin nimmt Wilberg die Gebote entgegen – per E-Mail an spenden@hospiz-soest.de oder telefonisch unter 0251/97414-944. Das Höchstgebot zählt, ein Mindestgebot gibt es nicht. Es werden nur Gebote für die gesamte Kappe mit Sammlung entgegengenommen. (KB)
