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Das ist nicht mein Bier

30.1.2026

Im Sprachcafe Olsberg werden sprachliche Hürden 

Wer sich in einem fremden Land willkommen fühlen will, sollte dessen Sprache lernen; zumindest wenn der Aufenthalt über einen Urlaub hinausgeht. Foto: Hans-Albert Limbrock

Olsberg. Sprache ist der Schlüssel zu allem. Wer die Sprache eines Landes beherrscht, in dem er oder sie lebt, hat einen wichtigen Schritt in Richtung gelungene Integration gemacht. Das ist auch den meisten Geflüchteten klar; vor allem denjenigen, die überzeugt sind, dass Deutschland das richtige Land für ihre Zukunft ist.

 

In Olsberg haben nun Migrantinnen und Migranten ein Sprachcafe gegründet, um für sich selber, aber auch für andere Geflüchtete eine Möglichkeit zu schaffen, die deutsche Sprache besser zu lernen. Häufig bewegen sich Geflüchtete bevorzugt im Kreis von Menschen, mit denen sie sich in ihrer Landessprache unterhalten können. Dadurch werden ihre bereits vorhandenen Deutschkenntnisse nicht oder nur wenig gefördert.

 

Die Idee des Sprachcafés ist, Menschen aus verschiedenen Hintergründen und mit unterschiedlichen Sprachen zusammenzubringen – zusammen mit freiwilligen Deutschen – in einem freundlichen Raum, der eher wie ein gemütliches Café ist. Hier tauschen sich Migrantinnen und Muttersprachlerinnen auf Deutsch aus, weg von der klassischen Unterrichtsatmosphäre. Es ist ein Ort, an dem man ein neues Wort lernt und gleichzeitig ein Gericht oder ein Lied aus einer anderen Kultur entdecken kann.

 

Viele Menschen, die eine neue Sprache lernen, bleiben oft in Büchern oder Klassenzimmern. Aber die echte Sprache lebt auf der Straße, in kurzen Gesprächen und in den Lachern, die durch unvollständige Sätze entstehen. Das Sprachcafé bietet einen sicheren Raum zum Ausprobieren, zum Fehler machen und zum gegenseitigen Lernen.

 

Ziel ist es, die Sprache auf eine unterhaltsame und alltägliche Weise zu üben. Menschen ermutigen, Freundschaften zu schließen, die Sprach- und Kulturgrenzen zu überschreiten. Die Möglichkeit geben, Kulturen direkt durch Austausch zu entdecken. Das Selbstvertrauen beim Sprechen neuer Sprachen stärken.

 

Wie funktioniert es?

Jedes Treffen dauert ungefähr zwei Stunden und findet in einem einfachen, gemütlichen Raum statt: ein kleines Café, eine Bibliothek oder ein Raum mit entspannter Dekoration. Die Tische sind so angeordnet, dass Gespräche leicht möglich sind. Es gibt warme und kalte Getränke sowie kleine Snacks. Beiträge der Teilnehmer*innen sind willkommen.

Wie läuft das Treffen ab?

 

Je nach Teilnehmerzahl werden kleine Tische gebildet. Jeder Tisch hat eine Aktivität. Zum Beispiel eine Bildbeschreibung: Es werden verschiedene Bilder gezeigt oder verteilt, Landschaften, Alltagssituationen oder lustige und rätselhafte Bilder. Deutsch ist anders: Dies ist eine kleine Ecke, um Redewendungen, Sprichwörter oder besondere Ausdrücke in der deutschen Sprache kennenzulernen.

 

Bei jedem Treffen werden drei bis vier deutsche Redewendungen oder Sprichwörter ausgewählt, zum Beispiel: „Das ist nicht mein Bier" (Das ist nicht mein Problem). Zuerst wird die wörtliche Bedeutung erklärt, dann die kulturelle Bedeutung. Die Teilnehmer*innen können ähnliche Sprichwörter aus ihrer Muttersprache teilen, und gemeinsam werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten besprochen.

 

Diese und ähnliche Übungen sorgen für ein vergleichsweise spielerisches Erlernen der deutschen Sprache. Elisabeth Patzsch, Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingsabreit im Kirchenkreis: „Anders als im Sprachkurs lernen die Migrant:Innen in Tischgruppen und in lockerer Atmosphäre Deutsch zu sprechen. Es wird bunt und es werden Kontakte geknüpft.“

Die Treffen finden statt im Katholisches Pfarrheim Bigge, und zwar mittwochs von 17 bis 18.30 Uhr. Kontakt: Ahmed Al-Badri, Mahnoosh Amiri, Johannes Kleine.

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