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Gemein für Zukunft der Kirchen
5.2.2026
Schulterschluss von Bürgermeister Marcus Schiffer und Superintendent Dr. Manuel Schilling

Von Hans-Albert Limbrock
Soest. Gemeinsam sind sie für fast 150.000 Menschen zuständig. Der eine, Marcus Schiffer, als Bürgermeister von Soest. Der andere, Dr. Manuel Schilling, als Superintendent für den Kirchenkreis Soest Arnsberg. Gemeinsam haben sie ihre große Liebe zur Stadt Soest und damit auch zu den vielen historischen Kirchen.
Bei einem Gedankenaustausch im Kreiskirchenamt war es daher auch wenig verwunderlich, dass die Zukunft der Soester Kirchen ein zentrales Thema war. „Wir müssen diese Bauten, die vor 800 und mehr Jahren entstanden sind, mit intelligenten Ideen in die Zukunft führen“, machte Superintendent Dr. Schilling gleich zu Beginn deutlich, dass diese Aufgabe für ihn eine echte Herzensangelegenheit ist.
Das trifft auch auf Bürgermeister Schiffer zu, der die Stadt nicht nur liebt, sondern auch lebt: „Gemeinsam müssen wir versuchen, in Kirche, Wirtschaft und Politik ein Klima zu erzeugen, um die Kirchen unserer Stadt in die Zukunft zu tragen, denn dieses Ensemble ist einzigartig.“
Dirk Pieper, langjähriger Architekt des Kirchenkreises und profunder Kenner der gesamten Kirchen-Landschaft im Kirchenkreis, betonte in diesem Zusammenhang, welch außerordentlicher Schatz die Gotteshäuser – gemeinsam mit dem katholischen Patroklusdom sind es sieben historische Kirchen – darstellen: „In Deutschland muss man lange suchen, um diese Dichte an Kirchen in einer Innenstadt zu finden.“ Selbst Lübeck könne da nicht mithalten.
Das ist auch in den Augen von Marcus Schiffer ein enormes Pfund der Kreisstadt, das es noch mehr in der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rücken gelte: „Wer hier lebt oder wer hierhin zu Besuch kommt, kann sich dem historischen Ambienten nicht entziehen. Das ist ein Potenzial, das wir noch bewusster heben müssen.“
Superintendent Schilling ging in seinen Überlegungen sogar noch einen Schritt weiter und brachte den europäischen Gedanken ins Spiel: „Soest war im Mittelalter ein Brennspiegel für ganz Europa. Das spiegelt sich auch in der Dichte der kirchlichen Gebäude wider.“
Einig waren sich Bürgermeister und Superintendent darin, dass die Aufgabe, die Kirchen von Soest in eine gute Zukunft zu führen, keine leichte werde, zumal die finanzielle Lage bei Stadt und Kirchenkreis mehr als angespannt ist. Marcus Schiffer: „Unsere Haushaltslage ist desaströs.“
Mit einem Symposium im Juni, zu dem sich jetzt schon über achtzig Expertinnen und Experten angemeldet haben, um zwei Tage über mögliche Zukunftsszenarien der Soester Kirchenlandschaft zu diskutieren, soll ein wesentlicher Schritt gemacht werden. „Diese Tagung“, so Dr. Schilling, „hat schon jetzt bundesweite Aufmerksamkeit geweckt. Wir versprechen uns zahlreiche Anregungen, Ideen, vielleicht sogar Utopien für die Zukunft unserer Kirchen.“

