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Eine Kathedrale für Kinder
12.2.2026
Konzept der Landeskirche besteht bei Workshop in Soest den Praxistest


Von Hans-Albert Limbrock
Soest. Gott. Glaube. Kirche. Dieser, fast schon heilige Dreiklang war früher in vielen Familien ein wichtiger Baustein des Zusammenlebens. Doch was in früheren Zeiten vielleicht eine Selbstverständlichkeit war, ist heute oft die Ausnahme. Umso wichtiger scheint es, das Bewusstsein für kirchliche Themen, ja für Glaubensfragen schon frühzeitig zu schärfen.
Mit der „Kinderkathedrale“ versucht die "Kirche mit Kindern in der EKvW" über ihr Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung, genau dies zu erreichen. Praxistage, Impulstage, Workshops oder besondere Aktionen sind Angebote an Mitarbeitende in Kindertagestätten, Schulen, in Teams für Kindergottesdienste oder in der Jugendarbeit, mit denen ein neuer, zeitgemäßer Zugang zu diesen Themen ermöglicht wird.
Und welcher Ort wäre da besser geeignet als Soest mit seinen sechs historischen Kirchen mitten im Stadtkern? „Kinderkathedrale“, so Pfarrer Bastian Basse, „ist ein Kirchraumkonzept für, mit und von Kindern.“ Der Pfarrer der Landeskirche hatte jetzt mit seinen Kolleginnen Susanne Pätzold und Katharina Schönweitz einen Praxistag in Soest vorbereitet.
„Mit den Augen eines Kindes“ – so das Thema der Fortbildung - wurden die über zwanzig Teilnehmenden, die aus Soest und Umgebung, aber auch aus größerer Entfernung wie zum Beispiel aus Köln angereist waren, aufgefordert, den Kirchenraum der Hohnekirche, die exemplarisch ausgewählt worden war, zu entdecken und mit eigenen Ideen zu füllen.
Basse: „Der Praxistag ist Teil unseres Ausbildungsprogramms.“ Es gehe darum, sich bei der Betrachtung einer Kirche von angestammten Mustern und traditionellen Verhaltensweisen zu lösen; eben eine Kirche mit den Augen eines Kindes zu betrachten: „Jeder Kirchraum erzählt Geschichten. Die Steine erzählen Geschichten des Glaubens. Es sind dies jahrhundertealte Geschichten, die in der Kirche wieder zum Leben erweckt werden“, ermunterte der Kindergottesdienst-Pfarrer der Landeskirche dazu, der Fantasie freien Lauf zu lassen.
Interessant zum Beispiel auch die Frage: „Wie würden Kinder diesen Raum gestalten?“ Basse: „Mit Sicherheit würde es dann hier keine Sitzbänke geben.“ Stattdessen Sitzwürfel, mit denen man individuelle Erlebnisinseln gestalten könne.
Dass das nicht bloß theoretische Überlegungen sind, die in der Praxis dann schwer umsetzbar sind, wird aktuell bereits in drei Kirchen bewiesen: In Herne (seit 2017), Lippinghausen (2026) und Werries (2025) wird das Konzept Kinderkathedrale schon umgesetzt und durch verschiedene Aktionen mit Leben gefüllt. „Die dort gemachten Erfahrungen sind überaus positiv“, weiß Bastian Basse, der hofft, dass noch weitere Kirchengemeinden folgen und in den Kinderkathedralen echte Chancen für die Zukunft sehen.
Weitere Informationen und Einblicke gibt es unter https://kinderkathedralen.ekvw.de

