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Musik transportiert die Botschaft
24.2.2026
Lockerer Gottesdienst bringt in Sundern Gott und die schwedische Band Abba zusammen

Von Frank Albrecht
Sundern. Das Konzept dieses besonderen Gottesdienstes ist für Pfarrer Martin Vogt klar definiert: „Musik transportiert die Botschaft“, so der Geistliche. Mit einer Huldigung der schwedischen Band „Abba“, die ihre christlichen Botschaften nicht vergaß, sorgte jetzt der „etwas lockere Gottesdienst“ in der Evangelischen Kirchengemeinde Sundern für außergewöhnliche Töne rund um den Altar.
Die Erwartungen bei den vielen Besucherinnen und Besuchern wurden nicht enttäuscht: Zusammen mit Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer durfte sich Pfarrer Vogt über rund 200 Besucherinnen und Besucher freuen – so viele, dass noch der Eingangsbereich der Lukaskirche bestuhlt werden musste, um dem Andrang gerecht zu werden. „Wir sind heute ziemlich ausverkauft“, kommentierte Vogt zur Begrüßung zufrieden.
Schon bei der Vorstellung des Ablaufes machte der Hausherr klar, dass die Gäste – bis auf das Vater-Unser-Lied – nur Abba-Songs zu erwarten hätten. Einige kamen „vom Band“ und wurden von Küster Martin Runkel passend eingespielt, andere würden live performt, wie Martin Vogt erklärte, und von ihm selbst an der Gitarre und Kirchenmusikdirektor Gerd Weimar am Steinway-Flügel interpretiert, der als Leihgabe des Kulturrings Sundern jetzt in der Lukas-Kirche steht.
„Und falls es Sie überkommt, dürfen Sie auch mittanzen“, so der Pfarrer augenzwinkernd. Davon war beim ersten Lied „S.O.S.“ vom Band jedoch noch nicht viel zu spüren, eher zurückhaltend beteiligte sich die Gemeinde am Gesang. Dafür lieferte Pfarrerin Koppe-Bäumer aber gleich den Bezug zum Inhalt des Stückes, das von der Stille in einer Beziehung und der Frage danach, wo denn die Liebe geblieben sei, handelte.
Ziemlich viel Englisch wurde den Gottesdienstbesuchenden in Sundern abverlangt, aber gleich beim zweiten Lied, „The winner takes it all“, das von Pfarrer Vogt an der Gitarre und Gerd Weimar am Flügel begleitete wurde, ging die Rechnung mit dem Publikum auf: Die Gemeinde beteiligte sich sangesstark und dankte nach dem Stück mit einem Spontanapplaus für die Interpreten. Einen Applaus hatte auch das sechsseitige Liedblatt mit vielen farbigen Bildern der Abba-Schallplatten verdient.
Zum Inhalt wusste Martin Vogt den Bezug zur beginnenden Trennung in der Band zu erklären. Und, dass Hilflosigkeit angesichts der Narren, die sich des Geldes und der Macht bedienen, weiteres Thema war. „Gegen die Hilflosigkeit können wir uns aber Gott anvertrauen“, ermutigte er – und ein gemeinsames Gebet erinnerte alle Anwesenden daran, auf die Menschen um einen herum zu schauen und sich auf Gott einzulassen.
Als Lied für die gute Laune wurde anschließend „Super Trouper“ angekündigt. „Lassen Sie uns gemeinsam in das gute Gefühl eintauchen“, munterte Pfarrer Vogt die Anwesenden auf, die perfektes Spiel an Gitarre und Flügel dazu hörten und von Gerd Weimar zum Mitklatschen animiert wurden. So wie auch bei diesem, war es Pfarrer Vogt und seiner Kollegin Pfarrerin Koppe-Bäumer stets gelungen, die Inhalte der Abba-Songs in christliche Botschaften einzubinden.
Talente sind ein Geschenk Gottes
„Wenn du – Mensch - da bist, komme ich mit dem Stress klar, das haben wir gerade gesungen“, beschrieb Kopp-Bäumer zum Lied. Und wenn ein Mensch so viel auslösen könne, so die Pfarrerin, mache es schon einen Unterschied, ob er da sei oder nicht. Bei Gott sei es das gleiche Gefühl, und er sei sich auch nicht zu schade für die schwierigen Lebenssituationen der Menschen. Diese Gedanken konnten in dem vorgetragenen Text von Susanne Niemeyer „Da sein, Jesus!“ mit einer Interpretation von Geschichten aus der Bibel noch einmal bekräftigt werden.
Von den schönen Seiten des Lebens erzählte dann auch wieder die Band Abba mit ihrem wohl erfolgreichsten Titel „Dancing Queen“. „Der Song macht einfach ein gutes Gefühl“, strahlte Pfarrer Vogt zur Gemeinde, danach würden sich die Menschen sehnen: alles läuft, jetzt ist meine Zeit! Wichtig, so aber auch die Erkenntnis, dass Gott jeden Menschen zu einer Dancing Queen mache, und zwar ohne, dass er extra dafür etwas machen müsse. Dass Träumen erlaubt sei und positiv sein könne, war die Botschaft, die Pfarrerin Koppe-Bäumer aus dem Lied „I have a dream“ im Anschluss zog. Zu Träumen gebe Gott den Menschen auch die Kraft, und die Liedzeile „I believe in angels“ zeige, dass ohne Gott die Engel keinen Sinn machten.
Vor dem Vater-Unser-Lied, dem einzigen Text nicht von Abba, wurden noch die Fürbitten gesprochen und u.a. für einsame und ohnmächtige Menschen, die unter Kriegen zu leiden hätten, gebetet. Nach dem Segen leitete Pfarrer Vogt dann mit „Thank you for the music“ das letzte Lied ein und erinnerte an die inhaltlichen Hintergründe und Aussagen: „Wir sind geliebt von Gott und mit Talenten beschenkt“, so Vogt, „und Talente sind ein Geschenk!“
Stehender Applaus von rund 200 Gottesdienst-Besuchenden und laute Rufe nach Zugaben. „Danke, dass Sie sich eingelassen haben“, lobte Martin Vogt seine Gemeinde und noch einmal spielten er und Gerd Weimar am Flügel das Stimmungslied „Super Trouper“, mit dem die Anwesenden nach rund 75 Minuten voller schöner Emotionen in einen sonnigen Sonntag entlassen wurden. Bei der Verabschiedung der Gäste war noch vielfach vom Dank und der guten Laune durch Musik und Inhalte die Rede.

