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Schlusssegen nach 66 Jahren

19.3.2026

Förderverein Neu St. Thomä hat sich aufgelöst

Schriftführer Christoph Strauch, Vorsitzender Norbert Sümmermann und Kassierer Dr. Günther Schönle führten ein letztes Mal durch eine Versammlung des Fördervereins der Neu St. Thomä-Kirche. Foto: Klaus Bunte

Soest. Sie waren die letzten zwanzig ihrer Art, einstimmig besiegelte die Hälfte von ihnen am Donnerstagabend ihr Schicksal: Den Förderverein Neu St. Thomä gibt es nun offiziell nicht mehr. Bei der letzten Jahreshauptversammlung war der Vorschlag zur Auflösung bereits positiv besprochen worden, danach lud der Vorstand fristgerecht zu einer Sondersitzung ein. Das Votum erfolgte einstimmig.

 

Die Gründe sind rasch erklärt. Zum einen ist der 1958 gegründete Verein nach eigenem Bekunden überaltert: „Das Durchschnittsalter beträgt 74, die ältesten sind jenseits der 90“, meint der Vorsitzende Norbert Sümmermann. Neue Mitglieder seien kaum noch nachgekommen, „und was soll aus dem Verein werden, wenn wir alle tot sind?“

 

Hinzu kommt, dass es ja auch kein Gemeindeleben und keine Gottesdienste in der jahrhunderte alten Kirche mehr gibt, sie wird heute ausschließlich als Kulturforum, vornehmlich für Ausstellungen und Konzerte, genutzt.

 

Und genau dazu ist auch sein Erbe gedacht: Der Kassenbestand von aktuell fast 33000 Euro, mögliche Nach- oder Rückzahlungen durch noch ausstehende Körperschaftssteuererklärungen noch nicht eingerechnet, geht satzungsgemäß an die Emmaus-Gemeinde über, jedoch zweckgebunden. Das Geld darf die Großgemeinde also nur für Neu St. Thomä nutzen.

 

Was für Privatleute nach einem wahren Geldsegen klingt, ist ein Tropfen auf den heißen Stein beim Investitionsbedarf für das alte Gemäuer. Für die Instandsetzung der Heizung dürfte der Betrag zwar reichen, aber um alle Schäden am Dach zu reparieren, müssten 1,3 Millionen Euro aufgebracht werden. „Da machen unsere Mittel weniger als drei Prozent aus“, rechnet Sümmermann, dem nun gemeinsam mit Kassierer Dr. Günther Schönle die Aufgabe der Liquidation des Vereins zukommt.

 

Aufschluss über die Zukunft der Soester Kirchen erhofft man sich beim evangelischen Kirchenkreis durch ein zweitägiges Symposium am 26. und 27. Juni. (kb)

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