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Virtuosität am Akkordeon

16.4.2026

Musiker Alexandre Bytchkov begeistert in der Neheimer Christuskirche

Der deutschlandweit bekannte Akkordeonvirtuose Alexandre Bytchkov spielte jetzt auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Neheim in der Christuskirche klassische und modernere Stücke, die er für Akkordeon arrangierte. Fotos: Frank Albrecht

Von Frank Albrecht

 

Neheim. Wer gehofft hatte, dass es wieder eines der besonderen Konzerte in der Neheimer Christuskirche werden könnte, wurde nicht enttäuscht: Unter dem Titel „Akkordeon Total! Von Klassik bis A. Piazzolla“ hatte Pfarrer Dr. Udo Arnoldi in das Gotteshaus der Evangelischen Kirchengemeinde Neheim eingeladen und präsentierte den Gästen einen echten musikalischen Leckerbissen. Der Akkordeonvirtuose Alexandre Bytchkov war mit zweien seiner Instrumente zu Gast und faszinierte mit faszinierenden Melodien aus einem unglaublichem Instrument – dem Akkordeon!

 

Kaum Platz vor dem Altar genommen, legte der Musiker Bytchkov sogleich einen fulminanten Start hin. Mit der aus der Feder von J.S. Bach stammenden „Toccata und Fuge in D-Moll BWV 565“, einem der wohl bekannteste Orgelwerke, gab der Gast äußerst eindrucksvoll seinen musikalischen Einstand in den Konzertabend. Und schon die ersten Töne aus seinem italienischen Instrument sorgten für ein Strahlen in den Gesichtern des Publikums.

 

Bei keinem Ton des bekannten Meisterwerks stand das Akkordeon der so genannten Königin der Instrumente, der Orgel, nach. Mit beeindruckender Sicherheit – ohne einen Blick in den Noten werfen zu müssten – konnte man beim Schließen der Augen annehmen, dass es sich um mehr als zwei Hände gehandelt haben müsste, die diesen Wohlklang erzeugten. Gerade bei den Bässen sorgte Alexandre Bytchkov dafür, dass Zuhörende den Eindruck haben mussten, dass sie aus einer anderen Ecke der Kirche kommen.

 

Alexandre Bytchkov genoss den ersten starken Applaus des Abends, bevor er sich dem Publikum vorstellte. „Es ist für mich eine große Freude hier zu sein und ich danke Ihnen für Ihr Kommen“, so Bytchkov bescheiden. Aus dem Mund des Künstlers war nur zu erfahren, dass er seine musikalische Ausbildung in St. Petersburg/Russland bekommen habe und dass er jetzt in Mainz lebe.

Instrument bringt Seele zum Klingen

Viel mehr Aufmerksamkeit aber widmete er seinem Instrument, dem Akkordeon. Dieses sei, so Bytchkov, vom Deutschen Musikrat 2026 als dem Jahr des Akkordeons gewürdigt worden. Und dass das Akkordeon vom Orgelbau herkomme und sich schnell und stark als Volksinstrument verbreitete habe, gab es auch noch zu lernen. „Ich will zeigen, dass das Akkordeon ein konzertfähiges Instrument ist“, so der Musiker – wovon sicherlich schon nach dem ersten Lied keiner mehr überzeugt werden musste.

 

So mächtig der Einstieg mit Bach, so betont gefühlvoll die Fortsetzung mit dem „Ave Maria“ von Giulio Caccini. Die ebenfalls bekannte Melodie lud dazu ein, die Augen zu schließen und bot die besten Voraussetzungen, den Alltag bei den herrlichen Akkordeonklängen zu vergessen. Und gespannt, aber geduldig wartete das Publikum bis auch die letzten Töne verklungen waren, um den verdienten Applaus zu spenden.

 

Mit einer Mischung von klassischen Stücken, aber auch Liedern aus seiner Heimat Russland hatte sich Alexandre Bytchkov schnell in die Herzen der Gäste gespielt. Dabei nutzte er jede Taste des großen Instruments und ließ an der musikalischen Vielseitigkeit des Akkordeons, das über mehrere Tonlagen reichte, keinen Zweifel. Und bei der bearbeiteten Version des alten russischen Lieds „Da eilt die Postkutsche“ sorgte der musikalische Galopp der Pferde für ein begeistertes Mitwippen in den Kirchenbänken.

 

Genau zur Hälfte des Konzertes tauschte Bytchkov sein Konzertakkordeon gegen ein weiteres Instrument aus italienischer Werkstatt. Und zum „Libertango“ von Astor Piazzolla überzeugten die klassisch bekannten Töne eines Akkordeons mit dem Musiker: Die Stücke wurden in den Christuskirche nicht nur gespielt, sondern von Alexandre Bytchkov auch gelebt.

 

Immer wieder wurde mit dem Wechsel der Geschwindigkeit der Stücke das Instrument regelrecht bearbeitet. „Jetzt ist die richtige Zeit für eine Überraschung“, sage der Musiker und kündigte ein bekanntes deutsches Lied an, zu dem auch mitgesungen werden dürfe. Zu „Über den Wolken“ von Reinhard Mey ließen sich die Gäste nicht lange bitten, und die Freude darüber war im Gesicht des Musikers zu sehen. Summen und Singen füllte den Kirchenraum auch noch zum Klassiker „Rote Rosen“ von Trude Herr.

 

Vor den letzten Stücken bedankte sich Alexandre Bytchkov beim Hausherrn Dr. Udo Arnoldi und der Kirchengemeinde für die Einladung. Beim vermeintlich letzten Stück von Antonio Vivaldi wurde im Arrangement durch Bytchkov auch den Streichern durch das Akkordeon vollends geschmeichelt. Nach einem langen Applaus mit stehenden Ovationen sorgte noch eine Zugabe für den perfekten Abschluss. „Sie haben unsere Seele zum Schwingen gebracht“, bedankte sich Pfarrer Arnoldi bei Akkordeonvirtuosen Bytchkov, der die ganze Bandbreite seines Instrumentes im Konzert gezeigt habe.

Pfarrer Dr. Udo Arnoldi begrüßte die gespannten Gäste in der Christuskirche und stellte den Musiker vor.

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