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Lasst die Kinder zu mir kommen
16.4.2026
St. Pantaleon in Lohne wird für fast vier Wochen zu einer Kinderkathedrale

Von Hans-Albert Limbrock
Lohne. Ist gar nicht so schwer; steht schließlich schon in der Bibel. Da heißt es bei Matthäus: „Lasst die Kinder zu mir kommen.“ In der Realität und in der meist üblichen Routine kommt das bei den meisten Kirchengemeinden eher zu kurz. Ja, es gibt Kindergottesdienste. Ja, es gibt Kindergruppen und Konfi-Unterricht. Aber dass Kinder ausnahmslos im Mittelpunkt stehen, ist dann doch eher die Ausnahme.
Das will Pfarrerin Anika Prüßing ändern, zumindest für fast vier Wochen. Vom 4. bis 28. Mai verwandelt sich die altehrwürdige St. Pantaleon-Kirche in eine Kinderkathedrale. „Das machen wir das erste Mal“, verrät Prüßing und schiebt gleich hinterher: „Und darauf freue ich mich so richtig.“
Aktuell ist das Gotteshaus an der Teichstraße eine „Baustelle“, denn die Kinder dürfen kräftig mitgestalten, damit das fast achthundert Jahre alte Gemäuer auch zu einer Kinderkathedrale wird, die diesen Namen verdient. „Die Kinder“, so Prüßing, „sollen verschiedene Materialien ausprobieren und dabei auch richtig experimentieren.“ So wird es zum Beispiel auch einen Bachlauf geben, der sich durch die Kirche schlängelt.
Und Liegestühle. Die sind wichtig. Denn die Kinderkathedrale orientiert sich an der Schöpfungsgeschichte. Für jeden Schöpfungstag wird ein anderes Thema vorbereitet und umgesetzt. „Und am 7. Tag hat Gott bekanntlich geruht. Dafür braucht es die Liegestühle“, erklärt die Pfarrerin, die selbst Mutter von drei kleinen Kindern ist, schmunzelnd.
Mit dabei sind auch die beiden evangelischen Kitas in der Gemeinde Bad Sassendorf, der Jona-Kindergarten und das Johanna-Volke-Familienzentrum. Sie bereiten sich mit den Vorschulkindern bereits intensiv auf den Mai vor und haben das Thema Schöpfung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Unterstützung gibt es außerdem von der Grundschule und von zahlreichen Ehrenamtlichen.
Was eine Kinderkathedrale ist und wie sich die Pantaleon-Kirche verwandelt, das können alle Interessierten vor allem bei drei öffentlichen Andachten erfahren, zu denen für den 8., 15. und 22. Mai, jeweils ab 16 Uhr, eingeladen wird. Und dann gibt es schließlich am 28. Mai noch einen Abschluss-Gottesdienst.
„Das wird ein ganz spannendes Projekt“, sagt Anika Prüßing, die sich vor allem beim Kirchenkreis „für die großartige Unterstützung bedanken möchte.“ Dass die Kinderkathedrale eine dauernde Einrichtung in St. Pantaleon wird, wie das bereits in anderen Gemeinden der Landeskirche praktiziert wird – das sieht Anika Prüßing im Moment noch nicht: „Wir wollen das jetzt erst einmal testen. Kirche, Kinder und Glaube - das passt wunderbar zusammen. Mit der Kinderkathedrale machen wir ein attraktives Angebot, das einmal auszuprobieren.“
