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Millionensegen für ein echtes Juwel

24.4.2026

Land fördert die Restaurierung der Wiesenkirche mit weiteren 2,8 Millionen Euro

Premiere: Erstmals konnte Superintendent Dr. Manuel Schilling einen Bewilligungsbescheid gegenzeichnen. Fotos: Hans-Albert Limbrock

Von Hans-Albert Limbrock

 

Soest. Wenn eine Ministerin von einem „echten Juwel“ schwärmt. Der Superintendent diese Beschreibung in seiner Rede aufnimmt, und sich schließlich auch der Bürgermeister dem Lobgesang auf die Wiesenkirche anschließt, dann muss da ja wohl was dran sein; an diesem so außergewöhnliches Gotteshaus.

 

Aber Juwelen sind bekanntlich teuer, sehr teuer sogar. Da trifft es sich gut, dass Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, bei ihrem Besuch in der Bauhütte nicht nur lobende und schwärmerische Worte im Gepäck hatte, sondern auch einen beachtlichen Bewilligungsbescheid, der die Restaurierung der Wiesenkirche für weitere vier Jahre sicherstellt.

 

Ziel der aktuellen Förderung ist die weitere Wiederherstellung der Turmfassade des Nordturmes sowie die Erneuerung des Schiefers auf den Dachflächen auf der Südseite des Kirchenschiffs. Damit verbunden sind notwendige Arbeiten am wertvollen mittelalterlichen Dachstuhl und die Sanierung der stark geschädigten Traufgesimszone.

Wunderwerk in die Zukunft führen

2,8 Millionen Euro fließen für diese Arbeiten aus Düsseldorf nach Soest, sehr zur Freude auch von Superintendent Dr. Manuel Schilling, der erstmals in seiner Karriere einen solchen Zuwendungsbescheid unterschreiben durfte: „Als Kirchengemeinde und als Kirchenkreis sind wir auf derartige Unterstützung angewiesen, um dieses Wunderwerk in die Zukunft zu führen.“ Dass der Bescheid in der Dombauhütte überreicht wurde, hatte dabei einen guten Grund, denn diese wurde vor 32 Jahren am 10. April vom Land NRW gegründet.

 

Dombaumeister Gunther Rohrberg lobte die „Beeindruckende Kontinuität der Unterstützung“ durch das Land: „Dies zeigt, wie sehr Ihnen die Kleine Schwester des Kölner Doms am Herzen liegt. Unsere Aufgabe ist es, die schönste spätgotische Kirche Deutschlands an die nächste Generation weiterzugeben. Ohne Unterstützung des Landes NRW ist das nicht möglich.“

 

Der Bewilligungsbescheid sei aber nicht nur ein Beitrag zur Förderung von Dach und Fach der Wiesenkirche, sondern eines weit über Nordrhein-Westfalen hinausgehenden spirituellen Ortes. „Wir stehen in einer Reihe mit annähernd dreißig Generationen, die seit über 700 Jahren für den Schutz und Erhalt der Wiesenkirche geradestehen.“

Für Bürgermeister Marcus Schiffer ist die Restaurierung der Wiesenkirche ein beeindruckender Beweis für den gelungenen Schulterschluss von Stadtgesellschaft, Politik und Kirche.

 

Laut Ministerin Ina Scharrenbach zählt die Wiesenkirche zu den bedeutendsten Bauten des 14. Jahrhunderts in ganz Europa. Vor dem Hintergrund einer angespannten Finanzlage sei es ein echter Kraftakt, dieses beeindruckende Bauwerk zu erhalten. Scharrenbach: „In den Haushalten wird es zunehmend enger.“ Sie erinnerte daran, dass bisher 19,5 Millionen Euro von Bund und Land, davon allein 15 Millionen Euro vom Land, bewilligt worden seien: „Mit dieser Förderung bewahren wir nicht nur ein bedeutendes Baudenkmal, sondern stärken zugleich das immaterielle Kulturerbe des Bauhüttenwesens.“

Das gibt es auch nicht hat alle Tage: Einen Bescheid über 2,8 Millionen Euro brachte Ministerin Ina Scharrenbach mit nach Soest und übereichte ihn in der Dombauhütte. Fotos: Hans-Albert Limbrock

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