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Streiten statt Schweigen
28.4.2026
Evangelische Kirche setzt auf Dialog im Umgang mit Populismus

Von Julie Riede
Neheim. Wie umgehen mit wachsendem Rechtspopulismus und zunehmender Demokratieskepsis? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Pfarrkonferenz im Gemeindehaus der Christuskirche Neheim. Pfarrerinnen und Pfarrer, Diakone, Vikare sowie Mitarbeitende des Kirchenkreises kamen zusammen, um sich fachlich auszutauschen und praktische Strategien zu entwickeln.
Deutlich wurde: Rechtspopulistische Positionen knüpfen häufig an reale gesellschaftliche Spannungen an – etwa zwischen globalen und lokalen Perspektiven – und verschärfen diese gezielt. Gleichzeitig gewinnen rechte Deutungen in öffentlichen Debatten, insbesondere im ländlichen Raum, verstärkt an Boden.
Im Fokus stand daher die Frage, wie Kirche und Gesellschaft darauf reagieren können. Der Referent Pfarrer Dr. Frank Hidemann warb dafür, den Dialog nicht abbrechen zu lassen, sondern klar und sachlich Position zu beziehen. Kontroversen auszuhalten, ohne die eigenen Werte preiszugeben, wurde als zentrale Herausforderung beschrieben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf konkreten Handlungsansätzen: Diskussionen offen führen, gesellschaftliche „Blasen“ überwinden und gezielt jene ansprechen, die noch unentschieden und noch erreichbar für Argumente seien. Ebenso wichtig sei es, eigene überzeugende Narrative zu entwickeln, statt ausschließlich auf populistische Zuspitzungen zu reagieren.
Die Pfarrkonferenz setzte damit ein klares Zeichen: Im gemeinsamen Austausch stärkten sich die Teilnehmenden darin, Haltung zu zeigen und demokratische Werte aktiv zu vertreten.
