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Ein Leben für die Orgel
11.5.2026

Von Josef Holthoff
Borgeln. Mit einem festlichen Gottesdienst, vielen dankenden Worten und einem Präsent als symbolischer Dank für die langjährige Arbeit in der Kirchengemeinde wurde Christina Jansen-Rautenberg jetzt vom Vorsitzenden des Presbyteriums Friedrich Schulze zur Wiesch und Pfarrerin Elisabeth Pakull als Organistin der Dorfkirche in Borgeln verabschiedet.
Seit ihrem 15. Lebensjahr spielt Christina Jansen-Rautenberg Orgel, viele Jahre hat sie in der Kirchengemeinde Niederbörde die Gottesdienste mit der Musik an der Orgel begleitet, jetzt hat sie sich mit 83 Jahren aus der aktiven Laufbahn zurückgezogen.
In einer kleinen, humorvollen Ansprache erinnerte sie sich an ihre Anfänge auf dem Kircheninstrument. Geboren wurde Christina Jansen-Rautenberg 1942 im Pfarrhaus in Schwefe. Als sie 15 Jahre jung war, entschieden ihre Eltern, dass sie Orgel spielen lernen sollte.
„Ich wollte das nicht, die Schule war anstrengend und ich ahnte, dass mir das Üben zuviel werden würde, denn man muss zum Orgelspielen nicht nur die Hände, sondern auch die Füße beherrschen“, erklärte sie ihre Anfänge.
In der Hohnekirche, wohin sie immer von Schwefe aus mit dem Fahrrad fahren musste, lernte sie den passenden Fuß mit der richtigen Hand zu kombinieren. „Rückblickend bin ich meinen Eltern dankbar, denn das Orgelspielen blieb immer meine größte Freude“, verriet sie den Gästen in den vollbesetzten Bänken der Dorfkirche in Borgeln.
Nach dem Abitur ging Christina Jansen-Rautenberg zum Studium der Fächer Chemie, Biologie und Deutsch nach Münster, kam zum Orgelspielen am Wochenende aber immer zurück nach Schwefe.
Am Schillergymnasium in Münster unterrichtete sie viele „glückliche und unvergessene Jahre“, zog dann aber 1986 zu ihren Eltern nach Einecke, da diese nicht mehr allein sein konnten. Als Studiendirektorin verlagerte sie ihren Wirkungskreis darum an das Mariengymnasium nach Werl und übernahm gemeinsam mit Dieter Hesse die Orgeldienste in der Dorfkirche in Borgeln und alle vierzehn Tage in der Antonius-Kapelle in Stocklarn. Eine Bezahlung dafür lehnte sie ab.
Einige Weggefährten aus ihrer aktiven Zeit überraschten in dem Abschieds-Gottesdienst mit verschiedenen Darbietungen. Horst Päuser, der ihr mit seinem Gesang immer viel Freude bereitet hat, wurde an der Orgel von Elke Teipel unterstützt, der Posaunenchor unter Leitung von Otfried Stricker untermalte den feierlichen Gottesdienst, das Spielbrett der Orgel bediente im Gottesdienst Georg Twittenhoff. Auch Trompeter Stefan Held spielte eindrucksvoll auf seinem Instrument und wurde dabei von Georg Twittenhoff an der Orgel unterstützt.
Friedrich Schulze zur Wiesch dankte ihr anschließend für die eindrucksvollen Einblicke in ihr Leben, dass sie ihre Kraft so ausdauernd für die Kirchengemeinde eingesetzt und viele Jahrzehnte an der Orgel mitgewirkt habe und spendete ihr den Segen.
Aber nicht nur die Verabschiedung der Organistin stand im Focus des Gottesdienstes, die Taufe von Mats Krüger komplettierte den festlichen Rahmen in der Dorfkirche in Borgeln. Nach dem Gottesdienst waren die Kirchenbesucher noch auf einen Kaffee in das Haus am Weg eingeladen. Dort konnten sich die Gäste persönlich bei Christina Jansen-Rautenberg bedanken.

