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Urlaubsstimmung an der Kreuzkirche
5.8.2026
Sommerfest in Hüsten bringt die ganze Gemeinde frohgelaunt zusammen

Von Frank Albrecht
Hüsten. Mitten in der Hitzeperiode hieß es bei Pfarrerin Ulrike Rüter und ihrem Team „Hüsten am Meer + mehr“. Buchstäblich heiß begehrt waren beim Gemeindefest die Schattenplätze im Garten des Paul-Schneider-Hauses am Mühlenberg, und trotz Hitze schon am Morgen hatten sich viele Mitglieder der Gemeinde den Besuch nicht nehmen lassen. „Haben alle einen Fächer, haben alle ein Liedblatt?“, fragte Pfarrerin Rüter gutgelaunt – „Sollen wir loslegen?!“, war schließlich Frage und Aufforderung zum Starten zugleich.
Musikalisch bestens eingestimmt wurden die Besucherinnen und Besucher des Sommerfestes an der Kreuzkirche durch den Posaunenchor unter der Leitung von Kantorin Annika Eisenberg. Zur Melodie des Lieds „I am sailing“ von Gavin Sutherland war schon erstes Mitsummen im Garten zu vernehmen.
Wer in diesem Jahr schon in einem Schwimmbad, an einem See oder am Meer gewesen sei, wollte die Pfarrerin der Gemeinde wissen. Und sie erzählte eine kleine Geschichte, die am Meer spielt. Ihre Frage, wer das Meer und überhaupt die ganze Welt geschaffen habe, konnte anschließend jeder im Garten beantworten.
Längst schon waren die mit Kostümen verkleideten Spielerinnen und Spieler im Publikum bemerkt worden, die anschließend ihren Auftritt beim Gemeindefest erhielten. Ulrike Rüter hatte die Geschichte von Jona, dem Propheten Gottes, zu einem Theaterstück umgeschrieben, das von insgesamt 20 Mitwirkenden anstelle einer Predigt vor Publikum gespielt wurde. Und so war es zunächst der Ruf Gottes aus dem Hintergrund des Paul-Schneider-Hauses, der Jona seine Aufgabe mitteilte: Er sollte zu den Niniviten gehen und die Menschen dort wieder auf den rechten Weg Gottes bringen.
Direkt vor dem Publikum im Garten, auf einem benachbarten Garagendach oder vom Balkon des Gemeindehauses – immer wieder reckten die Gemeindemitglieder ihre Köpfe in Richtung des Spiels, das zeigte, wie sich Jona voller Sorge, die Aufgabe Gottes nicht erledigen zu können, auf die Flucht nach Spanien mit dem Schiff machte. Von Liedern unterbrochen, die vom Posaunenchor begleitet und von der Gemeinde gesungen wurden, hörten alle von den Zweifeln Jonas, die ihn schließlich im Spiel in einem Sturm über Bord getrieben haben. Doch anstatt zu ertrinken, findet sich der flüchtige Prophet im Bauch eines Fisches wieder und wird vor dem Tod gerettet.
In der Stadt Ninive angekommen, ist er zunächst begeistert, erkennt aber schnell, dass Ungerechtigkeit und Verbrechen das Zusammenleben der Menschen prägen. Mit seinem Einsatz – so wie es Gott von ihm gewollt hat – gelingt es Jona schließlich, auf die Einwohner einzuwirken und sie tatsächlich auf den richtigen Weg zu bringen. Erleichterung in der gespielten Stadt, aber auch beim Publikum des Gemeindesfestes, dass den 20 Mitwirkenden – Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde sowie Mitglieder aus dem Jugendtreff und dem Kreis Junger Familien – mit einem großen Applaus für das Gezeigte dankt.
„Ich behaupte, die Geschichte hat viel mit uns zu tun“, sagte Pfarrerin Rüter und lud alle Anwesenden zusammen mit den Schauspier: innen ein, die Inhalte des Erzählten zu reflektieren. Mitzuhelfen, die Erde zu bewahren oder sich einzubringen, sich einzubringen, um überlasteten Menschen zur Pause zu ermutigen oder die Frage, wer schon einmal persönlich „gerettet“ worden ist, bestimmten die neuen Gedanken zum Spiel, die mit dem Geläut der Schiffsglocke aufgerufen wurden.
„Lasst uns nun weiterfeiern“, munterte Ulrike Rüter ihre Gemeinde nach dem Segen auf und ließen die Hitze des Sonntags schnell vergessen. Während sich ein Teil der Gäste am Kuchenbuffet im schattigen Gemeindehaus vergnügte, genossen andere die Grillauswahl, die von unermüdlich tätigen Helfenden ermöglicht worden war. Gerade für die jungen Besucher ging der Spaß nun richtig los, und auf der Hüpfburg oder am Bastel-Tisch, der von der neuen Jugendreferentin der Region 7 des Kirchenkreises, Carina Höfer, angeleitet wurde, gab es keine Lageweile.

