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Bedenke, dass Du sterblich bist

12.8.2026

Evangelische Auferstehungskirche zeigt vielfältige Ausstellung

Fotografin Barbara Anneser zeigt in aufwändigen Fotomontagen verschiede Portraits.

Von Frank Albrecht

 

Arnsberg. „Memento Mori“ – was übersetzt so viel heißt wie „Bedenke, dass du sterblich bist“ – so lautet der Titel einer neuen Ausstellung in der Arnsberger Auferstehungskirche, die noch bis zum 30. August besichtigt werden kann.

 

Im Gotteshaus der Evangelischen Kirchengemeinde Arnsberg zeigen dabei drei heimische Künstlerinnen und Künstler die Ergebnisse ihrer Beschäftigung mit dem Tod – und eigentlich noch mehr mit dem Leben. „Die Ausstellung rückt den Lebenskreislauf in den Blick“, sagt Pfarrerin Claudia Schäfer, „auch das Sterben gehört dazu.“

 

Die Fotografin und Fotokünstlerin Barbara Anneser, der Beton-Künstler Arno Mester sowie der Künstler Hartmut Schröger mit Malerei, Objekten und Poesie haben sich bei der Gestaltung der neuen Ausstellung in Arnsberg zusammengetan. „Die Idee der Ausstellung ist schon vor Jahren gewachsen“, erklärt Barbara Anneser.

 

Bereits während der Corona-Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen sei bei gemeinsamen Spaziergängen die Idee gewachsen, sich der Themen Leben, Tod und Vergänglichkeit anzunehmen, so die Fotografin. Das, was jetzt in der Auferstehungskirche gezeigt wird, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit und jahrelangen Sammelns: Barbara Anneser zum Beispiel präsentiert Arbeiten aus einem Projekt, das zwischen 2021 und 2026 gelaufen ist.

 

Die Fotografin und Künstlerin zeigt dabei Fotomontagen, die sich anhand konkreter Personen aus dem Arnsberger Stadtbild mit den Themen „Tod“, „Sterben“ und „Vergänglichkeit“ beschäftigen. Und während die Fotomontagen ein Abbild zum Thema der Ausstellung verbunden mit nur einem Gedanken liefern, sind alle Gedanken und Hintergründe der fotografierten Personen in jeweils einem eigenen Heft zur Ausstellung zusammengetragen worden, das zu den Portrait-Montagen ausliegt. Barbara Anneser hat über die letzten fünf Jahre Motive und Gedanken gesammelt.

 

Für den Betonkünstler Arno Mester aus Arnsberg liegt die Auseinandersetzung mit dem Thema u.a. in der Gestaltung von Masken. Auf der Grundlage von realen Personen sind dabei Abbilder in Beton entstanden, die auf einer „Himmelsleiter“ angebracht, einen jeweils individuellen Gesichtsausdruck zum Thema der Vergänglichkeit des Lebens zeigen.

 

Arno Mester bereichert die Ausstellung in der Auferstehungskirche zudem mit einem von ihm gezimmerten Sarg, der die Todesanzeigen zahlreicher Menschen erhält. Er lädt alle Besucherinnen und Besucher der Ausstellung ein, diese in die Hand zu nehmen und genau zu betrachten – bei Bekannten ist es zudem erlaubt, die auf Karton verklebten Anzeigen mitzunehmen. Mesters dritter Beitrag in der Ausstellung sind individuell geformte Urnen, die aus einem seiner Workshops stammen. Die Urnen wurden dabei von Teilnehmenden des Kunst-Workshops nach eigenen Ideen entwickelt und entsprechen sogar den Nutzungsbestimmungen nach dem Friedhofsgesetz.

 

Seine eigenen Sichtweisen auf das Thema präsentiert auch der Künstler Hartmut R. Schröger. Er zeigt Bilder, Skulpturen und Texte. Dabei sind Leben, Wachsen und Sterben ganz besondere Themen, die den ehemaligen Landwirt in seiner täglichen Arbeit auf den Feldern beschäftigten. Schröger lädt die Besucher:innen ein, verschiedene Ansichten zur Frage „Was machen wir in der Lebenszeit?“ kennenzulernen.

 

Seine Texte dazu finden sich auf Pulten, die in der Kirche aufgestellt sind. Hier gibt es auch die Möglichkeit, auf den jeweils freien Seiten seines Buches „Denkanstöße“ die eigenen Fragen oder Antworten an Gott aufzuschreiben, die beim Besuch der Ausstellung in den Sinn kommen. „Jeder kann jung bleiben und die Dynamik des Lebens entdecken“, davon ist Schröger überzeugt.

 

Pfarrerin Claudia Schäfer freut sich über die neue Ausstellung, die gut in die Reihe der anderen Ausstellungen passe, die es in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Leben mit dem Tod“ schon gegeben habe.  „Wir können fröhlicher leben, wenn wir die Fragen über das gewünschte Ende des Lebens schon geklärt haben“, so Schäfer. Hierzu richte die Ausstellung ihren Blick auf den Kreislauf des Lebens – auch das Sterben gehöre dazu. „Je eher ich mich damit beschäftige, desto befreiender ist es für mich“, sagt sie überzeugt.

Öffnungszeiten: 

 

Die Ausstellung „Memento Mori“ ist vom 14. bis 30. August dienstags bis sonntags, jeweils von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Hartmut Schröger, Arno Mester und Barbara Anneser (v.li.) haben die Exponate für die Ausstellung in der Auferstehungskirche zusammengetragen. Kathrin Brandt und Kirsten Minkel vom Kulturbüro der Stadt Arnsberg freuen sich gemeinsam mit Pfarrerin Claudia Schäfer über die Ausstellung. Fotos: Frank Albrecht

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