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Klettern für Körper und Konzentration
19.8.2026
Spenden ermöglichen neue Boulderwand in der Johanniter-Kinderfachklinik

Von Klaus Bunte
Bad Sassendorf. Über 55.000 Euro – einen solchen Betrag nimmt man nicht mal eben aus der Portokasse. Dafür mussten zahlreiche Spender tief in die Tasche greifen, um der Bad Sassendorfer Kinderfachklinik eine Boulderwand samt Einbau zu ermöglichen. Den größten Anteil steuerte die gemeinnützige Stiftung „Gutes Erlaufen“ bei, die mit den Erlösen des Silvesterlaufs soziale, mildtätige und kirchliche Projekte sowie bürgerschaftliches Engagement fördert. Sie beteiligte sich mit 20000 Euro.
Hinzu kamen Spenden der Westfälischen Genossenschaft, einer regionalen Untergliederung des evangelischen Johanniterordens, zu dem auch die Klinik als Teil des stationären Verbunds der Johanniter gehört, der Johanniter-Stiftung sowie der Brüder Denny und Jason Janzen. Die beiden begannen bereits während der Corona-Pandemie mit Spendenläufen, zu denen sie über klassische und soziale Medien aufgerufen hatten, und sammelten auf diesem Weg mehr als 2000 Euro.
Doch welchen Nutzen bringt eine Kletterwand in einer Kinderfachklinik? Dort dient sie nicht allein dem Vergnügen, erklärt Henning Steimann, Leiter der Sport- und Bewegungstherapie: „Zum einen ermöglicht sie schnell und einfach Erfolgserlebnisse. Die sensorische Integration spielt eine sehr große Rolle, gerade bei Kindern, die sich selbst nicht gut spüren können. Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen, die einen großen Teil unserer Klientel ausmachen, lernen darüber, sich zu konzentrieren und sich besser zu regulieren. Der Spaß steht natürlich trotzdem immer an erster Stelle – egal, ob in der Therapie oder im pädagogischen Bereich.“
Jason (18) und Denny (14) Janzen stammen beide aus Bad Sassendorf. „Wir kommen häufiger zu Fuß oder mit dem Fahrrad an der Klinik vorbei. Während Corona hatten wir viel Zeit zum Laufen und Nachdenken. Da haben wir gesagt: Wir möchten uns vor Ort engagieren und etwas von Kindern für Kinder machen“, erzählt Jason.
Daraufhin seien sie auf die Einrichtung zugegangen und hätten gefragt, wofür sie laufen könnten: „Wir hatten die Wahl zwischen Investitionen in die bewegungs- oder in die tiergestützte Therapie“, also das therapeutische Reiten. Als begeisterte Sportler, beide betreiben auch Kampfsport, entschieden sie sich für die bewegungstherapeutische Variante.
Für die Therapiepferde sowie die Anschaffung von Holz-Hängematten, Kletternetzen, einem Spielschiff, einem Bodentrampolin und einer Nestschaukel werden weiterhin großzügige Spender gesucht.
