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Wenn Licht den Raum flutet

1.10.2026

Eine mediale Lichtkunst-Produktion der heimischen Künstlerin Christina Cosmann

Wenn es draußen dunkel ist, entwickelt die Inszenierung in der Bad Sassendorfer Kirchen ihren besonderen, intensiven Charme.

Von Hans-Albert Limbrock

 

Bad Sassendorf. Sie sagt das mit einer schonungslosen Offenheit. Und meint garantiert jedes einzelne Wort genauso: „Man muss schon ziemlich bekloppt sein, um so etwas zu machen.“ Mit „So etwas“ meint Christina Cosmann die Lichtinstallation, mit der die Evangelische Pfarrkirche St. Simon und Judas Thaddäus vom 8. bis 11. Oktober jeden Abend buchstäblich in ein anderes, faszinierendes Licht getaucht wird.

 

Warum man „ziemlich bekloppt“ sein muss, um eine ursprünglich fixe Idee einem aufwändigen Realitätscheck zu unterziehen, lässt sich leicht erklären: Die dreizehn Beamer, die notwendig sind, um Bilder und Inszenierungen an die mehrere jahrhundertalten Kirchenwände zu projizieren, hat sie selbst gekauft („alle bei Ebay erstanden“), ebenso wie die mehrere hundert Meter langen Leitungen und Kabel. Und da wäre da noch die Zeit, die die Musik- und Kunstlehrerin, die an der Lippetal-Schule unterrichtet, investiert hat.

 

„Magia Luminis“ hat sie dieses Kunstwerk der ganz besonderen, der ganz anderen Art getauft. „In der Projektion verschmelzen Musik, Licht und Architektur zu einem einzigartigen, unvergesslichen und immersiven Erlebnis“, verspricht die Schöpferin der bunten und klangvollen Welten.

 

Angefangen, mit Licht und Musik großflächig zu experimentieren, hat sie während der Corona-Zeit. „Ich wollte ursprünglich nur mal ausprobieren, was so alles geht.“ Und es ging viel. Bei der Aktion „Licht an!“ und dem „Winterfunkeln“ im Bad Sassendorfer Kurpark hat sie der interessierten Öffentlichkeit bereits staunendes Betrachten entlockt. 

 

Mit ihrem neuen Projekt hat sie die eigene Messlatte noch einmal ein Stück höher gelegt und wird das traditionsreiche Gotteshaus nun an acht Abendterminen (jeweils 19 und 20.15 Uhr) illuminieren und die Besucherinnen und Besucher durch Musik, Licht und Sprache mit auf eine transzendente, meditative Reise nehmen.

 

Im Begleittext heißt es dazu: „Hören Sie genau hin, wenn eine Tür klappt, Schritte hallen und eine Person diesen Raum betritt. Sie ist fasziniert von der Kirche und in ihren Gedanken öffnen sich nach und nach ihre inneren Welten…

 

Poetische, sich bewegende Bilderwelten überziehen den Innenraum der Evangelischen Kirche Bad Sassendorf, greifen seine Formen auf und lassen diesen besonderen Raum immer wieder auf neue Weise erfahrbar werden. Wände scheinen sich zu öffnen, Strukturen entstehen und verschwinden, Regenschauer ziehen durch, Wind streicht im Mondlicht durch die Bäume… inspiriert und untermalt werden diese Bilderwelten durch romantisch impressionistische Klänge, mal leise und poetisch, mal farbenreich und überwältigend.“

 

Dass sie das Sassendorer Gotteshaus für ihr erstes Kirchen-Experiment auserkoren hat, lag dabei fast schon auf der Hand: „Ich habe dort zehn Jahre lang den Orgeldienst versehen und kenne die Kirche deshalb recht gut.“

 

Ob es nach dieser Premiere eine Wiederholung geben wird, ist noch offen: „Das hat verdammt viel Zeit in Anspruch genommen und war enorm viel Arbeit“, sagt sie und schiebt dann noch einmal schmunzelnd den eingangs erwähnten Satz nach: „Dafür muss man schon ziemlich bekloppt sein.“

 

Da nur eine begrenzte Zahl von Plätzen zur Verfügung stehen, empfiehlt sich eine vorherige Reservierung (zum Beispiel über die Gäste-Information in Bad Sassendorf) oder über: https://www.kirchengemeinde-bad-sassendorf.de/. Der Eintritt ist frei. Veranstalter ist die Evangelische Kirchengemeinde Bad Sassendorf in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Kulturverein Bad Sassendorf.

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