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Denkmaltag voller Leben
5.11.2026
Historische Auferstehungskirche wird zum Anziehungspunkt für viele Besucher

Von Frank Albrecht
Arnsberg. Mit den regelmäßigen Gottesdiensten in der Arnsberger Auferstehungskirche sind es auch immer wieder die besonderen Tage, die das Leben in der Gemeinde und im Stadtteil bereichern: Der Tag des offenen Denkmals war auch in diesem Jahr wieder so ein besonderer Moment, an dem sich die Kirche nicht nur den Besucher:innen des Gottesdienstes öffnete, sondern auch zahlreiche Gäste zur über 200-jährigen Geschichte des Bauwerks und weiteren Aktionen mitnahm.
Mit einem Laiengottesdienst, der Vorstellung eines Bildbandes zur Auferstehungskirche und der beindruckenden Präsentation japanischer Trommelkunst mit der Gruppe „Sen Ryoku“ wurde über Stunden ein aufregendes und abwechslungsreiches Programm geboten.
Pfarrerin Claudia Schäfer als Zuhörerin auf der Bank – das ist beim Laiengottesdienst möglich, der zu diesem Denkmaltag erneut von Heike Selhorst und Friedhelm Walter gestaltet wurde. Und mit einem Lied aus der Lautsprecherbox und einem anschließenden fröhlichen, herzlichen Willkommen begrüßten beide die Gemeinde zum Auftakt des langen Kirchen-Tages.
Rund eine Stunde wechselten sich die beiden Presbyter der Gemeinde bei Gestaltung und Liturgie des Gottesdienstes ab, mit dem in Musik und Texten an den evangelisch-lutherischen Geistlichen und Dichter Paul Gerhard, an dessen 350. Todestag in diesem Jahr gedacht wurde. Die beiden Laienprediger erinnerten dabei mit der ausgewählten Musik und begleitenden Texten an das Lebenswerk des Geistlichen.
Im Gottesdienst schlug Heike Selhorst eine Brücke vom Denkmaltag zum „Denkmal“ Paul Gerhard und beschrieb dessen Leben und Wirken vor Jahrhunderten, das unter anderem von seiner besonderen Beziehung zur Natur geprägt war. „Er hat uns einen reichen Schatz an Texten hinterlassen, die vielfach von Bach vertont wurden“, ergänzte Friedhelm Walter. Das Besondere sei aber, dass sich Gerhard trotz vieler Schicksalsschläge an seinem Glauben festgehalten habe. Ja mehr noch, er strebte danach, den Glauben für viele mit leicht zugänglichen Texten zu ermöglichen, so Walter. Mit den Fürbitten u.a. für Menschen, die sich gegen die politische und soziale Spaltung der Gesellschaft einsetzen sowie dem gegenseitigen Austausch der Friedensgrüße in der Gemeinde erfolgte auch die Einladung, die weiteren Programmpunkte zu besuchen.
Der Applaus der Gemeinde war kaum verklungen, da bat auch schon Pfarrer Johannes Böhnke zur Führung durch die Auferstehungskirche. Passend zum Denkmaltag beschrieb Böhnke die Besonderheiten des über 200 Jahre alten Gotteshauses, das schon vor Jahren mit einem Anbau als Gemeindezentrum eine außergewöhnliche Aufwertung erfahren hatte. Nahezu nahtlos lenkte der Pfarrer schließlich das Augenmerk der Gäste auf einen weiteren Höhepunkt des Tages – die Vorstellung eines Bildbands zu Auferstehungskirche. „Die Auferstehungskirche steht im Zeichen der Aufklärung und ist ein prominentes Beispiel für die Epoche“, beschrieb Böhnke. Sie stehe für Aufklärung und sei ein in Stein und Holz geformter Protest gegen religiösen Fundamentalismus jeglicher Art.
Als Denkmal, so Böhnke weiter, mache die Kirche Gedanken sichtbar. Genau das sei auch die Absicht in der Idee für einen Bildband zur Auferstehungskirche gewesen, der jetzt in einer zunächst überschaubaren Auflage vorliegt. Johannes Böhnke erinnerte daran, dass er zusammen mit dem Ende 2024 leider verstorbenen Fotografen Gernot Disselhoff die Idee dazu gehabt habe. Dank vieler schöner Fotos und den begleitenden Texten im Buch – u.a. von Professor Martin Ost aus Soest – sei das Buch stets gewachsen.
Eine Agentur wurde schließlich mit der finalen Erstellung des Bildbands beauftragt und jeder Winkel der Kirche erkundet sowie zur Geschichte der Kirche recherchiert. „Inzwischen ist das Buch immer dicker und damit auch teurer geworden“, beschrieb Böhnke weiter, aber dank einiger Sponsoren und Unterstützer habe man die Kosten im Griff halten und das Werk für nun 26 Euro Verkaufspreis anbieten können. Dafür danke Johannes Böhnke dem Freundeskreis Sakralbauten, der Volksbank Sauerland, der Sparkasse mitten im Sauerland sowie der Westnetz AG. Und gleich nach der Vorstellung wechselten schon die ersten Exemplare ihren Besitzer.
Die nächste kleine Verschnaufpause beim Denkmaltag mit Suppe, Brot und weiteren Leckereien nutzen die Mitglieder der Trommelgruppe „Sen Ryoku“ zum Aufbau ihrer Instrumente im Kirchenraum. Nicht ohne Stolz präsentierten dessen Leiter Peter Wiegelmann und sein musikalisches Team die mitgebrachten Original-Trommeln sowie die selbstgebauten Schlaginstrumente. Fast eine Stunde lang gab „Sen Ryoku“ einem inzwischen nochmals größer gewordenen Kreis von Besucher:innen aufregende Kostproben japanischer Trommelkunst, die diese in enger Verbindung mit verschiedenen Bewegungs- und Kampfkünsten zeigte.
Musik und eine dazu passende Choreografie nahmen die Gäste in der Kirche mühelos mit – eine Vorstellung der Stücke durch Moderation ergänzte perfekt. Insgesamt acht am Auftritt mitwirkende Trommlerinnen und Trommler wechselten ihre Instrumente innerhalb der Gruppe und ließen den sprichwörtlichen Funken dabei mühelos auf die Gäste überspringen. Und nach dem mittlerweile schon zweiten Auftritt in der Arnsberger Kirche hieß es nach dem tosenden Applaus der Zuhörenden zum Abschluss: „Wir kommen gerne wieder“!

