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Eine kunterbunte Erfolgsgeschichte

7.1.2026

4000 Euro für krebskranke Kinder / Joachim Kösling und Samstagsmaler verkaufen 300 Kinderbücher  

Joachim Kösling und die Samstagsmalerinnen haben bislang 300 Exemplare des Kinderbuchs verkauft. Das Buch wird weiterhin als Book-on-demand-Verfahren über den regulären Buchhandel verfügbar sein. Von links: Gerlinde Waldenburg, Anne Keggenhoff, Martina Wegener, Hale Türkeri, Sonja Skibba, Helga Laws, Joachim Kösling, Corinna Laws, Anne Heine und Ute Niwa. Es fehlen Elisabeth Edler und Alexandra Bäcker. Foto: Klaus Bunte

Von Klaus Bunte

 

Niederense. Was haben „Pu der Bär“ und der „kleine Fuchs Alfred“ gemein? Beides sind Figuren, die ihre Erfinder zunächst erfanden, um ihre Kinder damit zu unterhalten. Doch während A.A. Milne, Pu‘s geistiger Vater, sich primär durch testamentarische Verfügungen wohltätig engagierte, also posthum, tut Joachim Kösling dies bereits zu Lebzeiten.

 

Sein Kinderbuch „Echt wahr, Opa?“, illustriert mit 70 Bildern der Niederenser Samstagsmaler, verkauft er zugunsten der Krebsstation der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln. Nun hat er den bisherigen Erlös dorthin überwiesen: 4000 Euro. Echt wahr, Opa? Ja, echt wahr.  


Eine Sprecherin der Klinik teilte ihm mit: „Das ist ja der Hammer! Ich bin baff, wie viel Geld Sie zusammenbekommen haben! Das Buch ist einfach toll und wirklich liebevoll gemacht – wunderschön! Und ich freue mich für Sie und für uns, dass Ihre Mühe so toll belohnt wird!“ Ein Exemplar solle auch auf der Station „viele begeisterte kleine Leser oder Zuhörer“ finden. 


Joachim Kösling hatte die Idee, als er wegen seiner Krebserkrankung selber im Krankenhaus lag. „Ich sagte mir, die Zeit, die ich da verbringe, will ich einigermaßen sinnvoll füllen“, und er erinnerte sich dabei an die Geschichten, die er sich über Jahre hinweg für seine Kinder und Enkel ausgedacht hatte. Der Gedanke lag nahe, diese in Buchform zu bringen. 


„Aber ein Kinderbuch braucht Bilder“, meinte er, und fand in den Samstagsmalern, die stets auf der Suche sind nach karitativen Zwecken, die sie unterstützen können, sofort die passenden Mitstreiterinnen. Jede der Künstlerinnen übernahm eine oder zwei der insgesamt 23 Geschichten, um diese zu illustrieren. An die Klinik wurde er verwiesen vom Enser Kinderarzt Dr. Fabian Linde, der vor der Eröffnung einer eigenen Praxis in Soest dort gearbeitet hatte und daher versichern konnte, dass das Geld dort gut aufgehoben sei.

 
Der „erste große Meilenstein“ war schließlich die Präsentation im Heimathaus Ende August als dreitägige Ausstellung mit nahezu 200 Besuchern. Die Künstlerinnen verkauften auch Lesezeichen und Postkarten mit den Motiven, vom Buch wurden 300 Exemplare verkauft. Kösling betont, dass es ein echtes Gemeinschaftsprojekt war: „Ohne euch wäre das Buch auch lange nicht so toll und auch kein Kinderbuch geworden.“ 


Bei Edeka Wortmann und im Bürgerbüro der Gemeinde Ense sind zwar nur noch einige Restexemplare verfügbar. Doch das Buch wird in Kürze auch über den regulären Buchhandel verfügbar sein, und zwar im Book-on-Demand-Verfahren. Sprich, jedes Exemplar wird auf Bestellung einzeln gedruckt und gebunden.

 
Indes ist die Zusammenarbeit Köslings und der Samstagsmalerinnen noch nicht beendet. Gerade erst ist er den umgekehrten Weg gegangen, hat sich von einem Bild der Gruppe zu der neuen Geschichte von „Gräfin Sauberlinde von Schaumbad-Lippe“, dem reinlichsten Schwein der Welt, inspirieren lassen. Irgendwann könnte also Band 2 erscheinen. 

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