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Neustart mit langem Anlauf
2.4.2026
Nicole Schulte ist die neue Vikarin in der Soester Emmaus-Gemeinde

Von Hans-Albert Limbrock
Soest. Kann man mal machen: Einfach noch einmal was Neues anfangen; die bekannten (und vielleicht auch schon etwas ausgetretenen) Pfade verlassen und so ein kleines bisschen Abenteuerlust zulassen. Wobei: So richtig neu ist das für Nicole Schulte nun auch wieder nicht. Schließlich hat sie schon bei einem Kinderkirchentag im Tecklenburger Land im zarten Alter von zehn Jahren eine „Pfarrerin gespielt“.
Mit nunmehr 46 Jahren beginnt sie nun in der Soester Emmaus-Gemeinde ihr Vikariat – und darauf freut sie sich ungemein: „Mich hat die Theologie und die Arbeit in einer Kirchengemeinde nie ganz losgelassen“, erklärt sie. Und auch deshalb stand immer mal wieder, zuletzt aber immer öfter die Frage im Raum: „Gibt es für mich vielleicht noch etwas Anderes?“
Etwas Anderes als Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Münster-Tecklenburg? Schulte: „Mir hat die Öffentlichkeitsarbeit total Spaß gemacht. Es ist spannend, die Veränderungen in der Kirche auch digital zu begleiten, denn Kirche – das ist ja viel mehr als Kirchenbauten. Über allem steht immer die Frage: Wo und wie holen wir die Menschen ab? Wo kann Kirche in den Sozialräumen der Gläubigen stattfinden?“
Diese Fragen werden sie nun auch in Emmaus begleiten, wo sie die nächsten zwei Jahren den Finger am Puls des Gemeindelebens haben wird. „Ich habe zuletzt einfach gemerkt, dass mir in meiner Arbeit in Münster etwas fehlt“, bekennt sie freimütig. In zahlreichen Gesprächen mit Menschen an ihrer Seite hat die studierte Theologin ausgelotet, ob der Weg in die Gemeindearbeit der richtige sein kann.
Schließlich war es der Münsteraner Superintendent Holger Erdmann, der sie in ihrem Beschluss bestärkt hat, diesen Neuanfang zu wagen. Dass es nun Soest ist, wo sich Nicole Schulte ausprobieren wird, ist dabei fast schon so etwas wie Fügung: „Nach dem theologischen Examen war Soest schon als meine erste Station im Gespräch.“ Aber damals wurde sie durch eine heimtückische Erkrankung ausgebremst, weshalb sie zunächst in der Verwaltungsarbeit der Notfallseelsorge und später dann in der Öffentlichkeitsarbeit beruflich tätig war.
Nun also – mit einigen Jahren Anlauf – Soest. Worauf können sich die Menschen in der Emmaus-Gemeinde und darüber hinaus freuen? „Ich glaube, dass ich ein sehr offener Mensch bin. Ich gehe gerne auf andere zu, kann gut zuhören und suche das Gespräch.“ Denn dann, davon ist sie überzeugt, können Begegnungen mit Gott stattfinden: „Ich glaube, dass wir Gott durch andere Menschen begegnen können; dass Gott dadurch sichtbar wird.“
Und wenn sie mal nicht als Vikarin in der aktuell zweitgrößten Soester Kirchengemeinde mit seinen knapp 7000 Gemeindeglieder unterwegs ist, dann fährt sie gerne Fahrrad („das ist allerdings im Moment kaputt“), trifft sich mit Freundinnen und Freunden zum gemeinsamen Kochen oder liest gerne ein gutes Buch: „Am liebsten Krimis.“ Spannende Zeiten für Nicole Schulte und die Emmaus-Gemeinde.
