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Kirchenkreis stellt sich dramatischer Veränderung
24.6.2026
Synode beschließt bei Tagung in Wickede mit großer Mehrheit angepasstes Personalkonzept

Von Hans-Albert Limbrock
Soest-Arnsberg. Zahlen können grausam sein. Zahlen können brutal sein. Zahlen können mit schonungsloser Offenheit Entwicklungen widerspiegeln, die schmerzen; die richtig wehtun. Bei der Sommersynode in der „Sauna Bürgerhaus Wickede“ (Bürgermeister Alexander Heine) wurden die knapp hundert Synodalen und ihre Gäste mit solchen Zahlen konfrontiert.
Superintendent Dr. Manuel Schilling ist ein Mensch, der zu einem gewissen Pragmatismus neigt. „Wir werden weniger“, formulierte er kurz knapp das Zahlenwerk, das auf der großen Leinwand zu lesen war und wenig Raum für Interpretationen ließ. Doch er setzte gleich einen Kontrapunkt: „Wir bleiben tapfer. Die Evangelische Kirche ist kein toter Hund, sondern eine durchaus lebendige und fröhliche Schar mit Zukunft.“
Wie diese Zukunft vor allem personell aussehen kann, verdeutlichte Synodalassessor Thomas Hartmann, der die Personalplanung für die kommenden Jahre vorstellte - und begann mit einer Nachricht, die viele nicht überraschte, aber in dieser Deutlichkeit dennoch traf: „Als wir vor drei Jahren das Personalkonzept vorgestellt haben, haben wir geglaubt, dies sei ein Meilenstein und schaffe Sicherheit für viele Jahre. Heute müssen wir feststellen, dass unsere Prognosen zu optimistisch waren. Das ist schmerzlich.“
2023 betrug die Zahl der Gemeindeglieder zwischen Lippe und Ruhr, Hochsauerland und Soester Börde noch über 93.000. Bis 2032, so die ernüchternde Hochrechnung, werden es nur noch knapp 70.000 sein. Etwas über drei Prozent kehren aktuell jährlich dem Kirchenkreis den Rücken und treten aus der Kirchen-Gemeinschaft aus. Damit liegt Soest-Arnsberg im landesweiten Trend und in der Statistik der Landeskirche im Mittelfeld.
Diese Entwicklung hat unmittelbare Folgen für den Stellenschlüssel. Aktuell gibt es noch 29 Pfarrstellen, was schon eine deutliche Verringerung zu den Hochzeiten ist, als in den damals noch getrennten Kirchenkreisen über neunzig Männer und Frauen Gottes in Lohn und Arbeit standen. Aber damals standen auch deutlich über 100.000 Gemeindeglieder in den Büchern, die zuverlässig ihre Kirchensteuern entrichtet haben.
„Der Verlust an Gemeindegliedern“, so der Superintendent, „zwingt uns zu einem kräftigen Nachsteuern, zu Personalabbau zu Vereinigungen von Kirchengemeinden.“ Konkret bedeutet dies, dass die Pfarrstellen innerhalb der nächsten sechs Jahre noch einmal halbiert werden; auf dann vermutlich 14,5. Gleichzeitig sollen die Interprofessionellen Pfarrteams ausgebaut werden, um vor allem die Kernaufgaben von Seelsorge und Verkündigung weiterhin verlässlich wahrzunehmen.
„Das sind dramatische Entwicklungen“, weiß auch Thomas Hartmann, der außerdem deutlich machte: „Von dieser Entwicklung werden nahezu alle Kirchengemeinden gleichermaßen betroffen sein.“
In die Karten spielt den Entscheidern beim Kirchenkreis dabei, dass in den kommenden Jahren eine Vielzahl von Stellen durch Ruhestand und Vorruhestand frei werden, sodass Härtefälle wohl ausbleiben werden.
Die Kreissynode zeigte sich von der Notwendigkeit der vorstellten Maßnahmen überzeugt und stimmte der angepassten Personalplanung mit großer Mehrheit (lediglich vier Enthaltungen) zu.

