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Vertraut den neuen Wegen

25.6.2026

Pfarrer Udo Arnoldi von seinem Dienst in Neheim entpflichtet

Erleichterung, Freude – aber auch Wehmut machten sich nach der Entpflichtung von Pfarrer Dr. Udo Arnoldi durch Superintendent Dr. Manuel Schilling (m.) im Kreis von Weggefährten und Freunden breit. Fotos: Frank Albrecht

Von Frank Albrecht

 

Neheim. Unter großer Anteilnahme der Gemeinde sowie zum Motto „Vertraut den neuen Wegen!“ fand jetzt in der Evangelischen Kirchengemeinde Neheim die Entpflichtung von Dr. Udo Arnoldi als Pfarrer der Gemeinde statt. Im Beisein zahlreicher Gäste und Weggefährten, u.a. Superintendent Dr. Manuel Schilling, dem stellvertretenden Bürgermeister Peter Blume, Pfarrer Stefan Jung aus der katholischen Nachbargemeinde sowie Samawal Karkoutly für die muslimischen Gemeinden und Thomas Bertram für die Veranstaltergemeinschaft 9. November verabschiedete die Gemeinschaft ihren Pfarrer.

 

Mit einem festlichen Einzug, der von den Trompeten des Evangelischen Posaunenchors begleitet wurde, richtete sich die Aufmerksamkeit aller auf den Geistlichen. „Es ist ein Fest des Abschieds – wir sind traurig und fröhlich zugleich“, begrüßte Pfarrerin Gabriele Hirsch zu Beginn. Mit dem ersten Lied „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ stimmten sich die Gemeinde und ihre Gäste auf den besonderen Gottesdienst ein.

 

Mit dem Psalm 113, der mit der Gemeinde im Wechsel gesprochen wurde, sowie der alttestamentarischen Lesung aus dem Vierten Buch Mose lag der Ball schließlich bei Dr. Udo Arnoldi. Aus der Kanzel der Christuskirche kam die letzte Predigt in seiner Rolle als Pfarrer. „Mit dem Ende etwas anzufangen, ist nun auch Aufgabe der Neheimer Gemeinde“, sagte Pfarrer Arnoldi, die zweite Pfarrstelle werde gestrichen.

 

Dr. Arnoldi erinnerte fortan in seiner Predigt an die Worte, mit denen er im Jahr 1984 seine kirchliche Laufbahn begonnen hatte und sprach über seine persönliche Beziehung zur Taufe und ihre Bedeutung. „Es ist die schönste Aufgabe, Menschen – Neugeborene oder Paare – segnen zu dürfen“, bekannte Arnoldi, am liebsten nutze er dazu den Segen Aarons. Er sei geeignet, die Ökumene zu verbinden und Gottes Güte erklingen zu lassen.

 

Das Schöne an seinem Beruf sei zudem, dass sich immer wieder Menschen segnen lassen wollen. Das, so Arnoldi, spreche für das Verlangen nach Segen in einer immer unsicherer werdenden Zeit. Der Segen sei aber keine Standardsituation, sondern müssen geübt werden.

 

Auf die Musik mit Orgelspiel von Annika Eisenberg und Trompeten folgend, richtete Superintendent Dr. Manuel Schilling vor der Entpflichtung seine Worte an den scheidenden Dr. Udo Arnoldi. „Du hast deine Arme für alle Menschen geweitet“, sagte Dr. Schilling.

 

Dialog der Religionen maßgeblich gefördert

 

Am Altar fand vor der Gemeinde der feierliche Akt der Entpflichtung statt. Dazu waren die anwesenden evangelischen Geistlichen der Nachbargemeinden zusammen mit dem Presbyterium der Kirchengemeinde Neheim eingeladen, Pfarrer Udo Arnoldi durch Handauflegen die besten Wünsche Gottes sowie eine eigene Botschaft für die Zukunft mitzugeben.

 

In den folgenden Grußworten standen weiterhin der Dank und die Netzwerkarbeit von Dr. Arnoldi im Mittelpunkt. Pfarrer Stefan Jung aus der Katholischen Kirchengemeinde erinnerte an die vielen Schritte, die man gemeinsam gegangen sei und rief das ökumenische Friedensgebet ins Gedächtnis, das Verbindung geschaffen habe. Der stellvertretende Bürgermeister Peter Blume überbrachte den Dank im Namen der Stadt Arnsberg für die von ihm geleisteten 28 Jahre im Dienst der Menschen.

 

Für die drei Moschee-Gemeinden in Arnsberg erinnerte Samawal Karkoutly an den christlich-islamischen Dialog, der vor 26 Jahren auf Initiative von Dr. Udo Arnoldi gegründet wurde. Im Namen der islamischen Gemeinden dankte er für die Initiative, den Dialog für Frieden und Zusammenhalt zu fördern. Dass sein Engagement im Gedenken an den 9. November auch die Erinnerungskultur an das jüdische Leben in Arnsberg gefördert habe, hob Thomas Bertram in seinem Grußwort hervor.

 

„Vielen Dank für alles!“, fasste schließlich der Presbyteriumsvorsitzende Wolfgang Faber seinen Dank im Namen der Gemeinde zusammen. „Wir danken Dr. Udo Arnoldi, der die Gemeinde für viele Jahr geprägt hat“, so Faber. Neben kleinen Sachgeschenken zum Abschied durfte sich Pfarrer Arnoldi vor allem über ein eigens für ihn umgetextetes Lied freuen: Zur Melodie „Großer Gott wir loben dich…“ wurden von der ganzen Gemeinde die sechs Strophen in Erinnerung an das Wirken von Pfarrer Arnoldi gesungen und mit „Lieber Udo, wir loben dich“ begonnen.

Zu seinem Abschied durfte sich Pfarrer Dr. Udo Arnoldi noch einmal über ein gut gefülltes Gotteshaus freuen, in dem auch die Gastredner der Festveranstaltung Platz gefunden hatten.

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