Die Sehnsucht nach Frieden

Erstellt am 10.05.2024

Schon seit acht Jahren gibt es das Friedenscafe im Soester Süden

Seit acht Jahren findet das Friedenscafe einmal im Jahr statt, dafür engagieren sich viele Ehrenamtlich, vor allem im Soester Süden. Fotos: Thomas Brüggestraße

Von Thomas Brüggestraße

Soest. In Erich Kästners „Fantasie von übermorgen“, da legen die Frauen die Generäle übers Knie und klopfen ihnen die Hintern weich, bis sie keine Lust mehr haben auf Krawumm und Hurra. Jost aus Soest dichtet die Sache weniger handfest zum gleichen Ergebnis um: Die Großmäuler schweigen, die Waffen auch. Die Männer, sie starren zum Fenster hinaus — und sie schauen die Frauen nicht an. Egal: Hauptsache ein Frieden ohne Gewalt. Jost aus Soest, der eigentlich Jost Schwider heißt und manchen von der Soester Mittelaltertanzgruppe Firlitanz bekannt ist, hat aus seiner Umdichtung gemeinsam mit anderen Beteiligten gleich einen Song  gemacht und ins Netz gestellt.

Das mit dem Umdichten, das machen sie gerne, wenn Friedenscafé ist beim Verein Kultur A bis Z. Seit acht Jahren gebe es das Treffen, immer einmal im Jahr, erläuterte Antonina Domke für die UK. Es geht auch dieses Mal um nichts als den Frieden beim Nachmittag im Stadtteilhaus Soest-Süd. Genau genommen um die Rolle der Frau im Friedensprozess, so steht es auf der Einladung für den Samstag im April. Es ist voll an den Tischen. „Je unruhiger es wird in der Welt, um so mehr haben wir das Bedürfnis, etwas für den Frieden zu tun, Zeichen zu setzen“, sagt Antonina Domke zum Einstieg. Alle singen mit Inbrunst „Oh du fröhliche...“. Nanu — es will doch schon bald Pfingsten sein? „...Friedenszeit...“ Sie singen sich den Frust von der Seele, dass die Zeiten schon wieder so unruhig sind.

Viele Akteure sorgen für das Programm am Nachmittag, unter anderem dies: Annette Arnsmeier am elektrischen Klavier und Waltraud Schmidt spielen Mendelssohn und Hermosa. Christian Casdorff spielt Klavier, Isabel Zimbal malt live Bilder dazu. Drei herausragende Frauen werden zum Thema: Berta von Suttner, Dr. Shirin Ebadi, Alla Pugatschowa.

Es gibt viele Gedichte über den Frieden und gegen den Krieg, ukrainische Frauen singen, gemeinsam singen alle vom Sonnenkreis: „Gegen den Krieg, gegen die Not, stehen wir auf für die Kinder. Sonne und Glück, Frieden und Brot — nie soll es anders mehr sein!“ Es gibt ein Wort zum Sonntag, das Lied „Sag' mir, wo die Blumen sind“, einen gemeinsamen Tanz, angeleitet von der Gruppe Firlitanz. Reichlich Kaffee und Kuchen und Miteinander an den Tischen, auch das steht auf dem Programm. Die Welt kann so schön sein — wenn man es gemeinsam will.

 

Künstlerin Isabel Zimbal ließ sich von der Live-Musik zu spontanen Bildern inspirieren.